Weit mehr als 250.000 Blütenpflanzen gibt es auf unserem Planeten. Nur einen Bruchteil davon nutzen wir als Lebensmittel oder zur Herstellung von Medikamenten. Hunderttausende pflanzliche Chemikalien warten noch auf unsere Entdeckung.

Dass Pflanzen als Heilmittel verwendet werden, lässt sich schon für die früheste Menschheitsgeschichte nachweisen. Erst seit dem 19. Jahrhundert isolieren wir im industriellen Umfang Inhaltsstoffe aus Pflanzen, wie etwa Chinin oder Codein. Die Vielzahl und die Komplexität der chemischen Strukturen, die Pflanzen hervorbringen, ist erstaunlich.

"Pflanzen sind die fähigsten Chemiker in der Natur."
Toni Kutchan, Pflanzenbiochemikerin

Mehr als 20.000 Pflanzen werden im medizinischen Bereich wegen ihrer einzigartigen chemischen Bestandteile verwendet. Noch aber sind die meisten Gewächse nicht auf ihre chemischen Inhalte untersucht. Gerade mal etwa zehn Prozent der über 250.000 Blütenpflanzen auf unserer Erde wurden charakterisiert, sagt die amerikanische Pflanzenbiochemikerin Toni Kutchan. Sie ist davon überzeugt, dass wir noch Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen, verschiedene Chemikalien entdecken können.

"Es gibt viele potentielle Medikamente, die noch nicht entdeckt wurden, die noch draußen in der Natur sind."
Toni Kutchan, Pflanzenbiochemikerin

"Pflanzen - die fähigsten Chemiker in der Natur", so heißt der Vortrag, in dem Toni Kutchan die Geschichte der Nutzung pflantzlicher Chemikalien und den Status Quo anhand vieler spannender Beispiele vor allem aus dem medizinischen Bereich erläutert. Aufgezeichnet wurde Vortrag am 3. Juli 2015 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen der Vortragsreihe "Kein Leben, keine Lebensmittel ohne Chemie".