Äpfel, Erdbeeren, Weizenkörner - erst durch uns Menschen sind Obst, Gemüse und Getreide so geworden, wie wir sie kennen. Das liegt keineswegs an der Gentechnik. Denn schon in der Steinzeit haben wir begonnen, Pflanzen zu manipulieren.

Bereits viele Tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung haben Menschen damit begonnen, Pflanzen dauerhaft zu verändern. Zum Beispiel Getreide. Reife Weizenkörner sitzen fest an der so genannten "Spindel" - dem inneren Haltestab der Ähre. Das ist gut für uns, aber eigentlich völlig unsinnig für den Weizen.

"Pflanzen haben kein Interesse daran, von Tieren gefressen zu werden. Die meisten haben ihre Blätter und Organe mit Gift vollgepackt."
Peter Westhoff, Biologe

Für den Weizen wäre es am besten, dass die Körner, sobald sie reif sind, abfallen und dann vom Wind weiter getragen werden, damit sich die Pflanze weiter ausbreiten kann. Für uns Menschen wäre das aber unpraktisch, denn wir müssten die reifen Körner alle einzeln vom Boden auflesen. Es würde lange dauern, bis wir genug für einen Brei oder ein Brot zusammenhätten. So haben schon die Menschen in der Steinzeit bevorzugt die Getreidevarianten ausgesucht, die fester an der Spindel sitzen. Sie haben selektiert, und damit die Ära der Pflanzenzucht und -manipulation eröffnet.

"Die Gattung Mensch war von Anfang an ein großer Umweltzerstörer."
Peter Westhoff, Biologe

In seinem Vortrag "Vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter" erzählt Peter Westhoff, wie der Mensch sich vom Jäger und Sammler langsam zum Ackerbauern entwickelte und die Pflanzenwelt für immer prägte. Westhoff ist Professor für Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen an der Universität Düsseldorf. Seinen Vortrag hielt er am 7. April 2015 an der Universität Düsseldorf zur Eröffnung der Vorlesungsreihe "Vom Urweizen der Steinzeit zu den Genpflanzen der Zukunft" des Exzellenzclusters Pflanzenwissenschaften, CEPLAS.