Als Hannahs Mutter stirbt, kommt sie zum Vater. Der akzeptiert nicht, dass sie - als Junge geboren - als Mädchen lebt. Eine Pflegefamilie in Italien ist ihre große Hoffnung.

Hannah Winkler wurde als Junge geboren, aber schon als Kind ist ihr klar: Sie ist ein Mädchen. Und sie lebt auch so. Für ihre Mutter ist das kein Problem.

Als Hannah 13 ist, stirbt ihre Mutter, und sie soll zu ihrem Vater ziehen. Sie will eine Hormontherapie, damit sie keinen Stimmbruch bekommt und sich nicht weiter als Mann entwickelt. Ihr Vater akzeptiert das nicht.

Es kommt zu Streit, das Jugendamt schaltet sich ein. Und es gibt eine Hoffnung. Angeblich kann sie in Italien in einer Pflegefamilie ein neues Leben anfangen, eine Hormontherapie machen - und als Frau leben.

"Ich habe gedacht: Italien ist doch schön, da ist das Wetter auch gut. Man hat mir nicht gesagt, was wirklich mit mir dort passieren soll."
Hannah Winkler

Hannah steigt also in ein Flugzeug nach Perugia, ohne ein Wort Italienisch zu können, ohne die Familie, in der sie künftig leben soll, kennen gelernt zu haben. Die Familie wohnt abgelegen auf einem Berg, das nächste Dorf ist zehn Minuten mit dem Auto entfernt, die nächste Stadt eine halbe Stunde.

Im Nachhinein erfährt sie: Sie soll in Italien umgepolt werden. Das Jugendamt in Bonn stuft sie als schwer erziehbar ein.

Sie darf nicht sein, wer sie ist

Eine Sozialarbeiterin bringt sie in die Familie in Italien, bleibt noch eine Stunde, dann geht sie. Hannah fühlt sich unwohl, alles ist sehr schlicht und ärmlich eingerichtet. Die Mutter ist Deutsche, der Vater ist Italiener. Als die Sozialarbeiterin weg ist, erklärt ihr der vollbärtige Pflegevater, dass sie aufhören soll, sich wie eine Frau zu kleiden.

Hannah haut ab. Und es beginnt eine beschwerliche Reise, bis sie einen Ort gefunden hat, an dem sie einigermaßen glücklich und akzeptiert ist.

Ihre Erlebnisse, vor allem zur Transsexualität, hat sie in ihrem Buch "Fe-Male" zusammengefasst.