In dem Film "Her" von Spike Jonze verliebt sich der einsame Wolf Theodore Twombly in das Betriebssystem Samantha. Das trennt sich irgendwann von ihm. Denn es will mehr. Was macht eigentlich menschliches Leben aus?

In "Her" geht es nicht um objektophile Gefühle, wie bei Menschen, die leblose Gegenstände sexuell anregend finden. Theodore verliebt sich in Samanthas Charakter. Aber geht das? Computer können unglaublich intelligent sein. Doch können sie auch einen Charakter haben? Ist das nicht etwas, was nur lebende Dinge besitzen? Braucht es nicht für Lebendigkeit einen eigenen Stoffwechsel?

"Stoffwechsel ist sicherlich ein wichtiges Merkmal von Leben, aber längst nicht alles."

Was macht Leben aus? Mit dieser größten Frage der Menschheitsgeschichte beschäftigt sich John Dupré von der britischen Universität Exeter. Für den Wissenschaftsphilosophen ist Leben ein dynamischer Prozess verbunden mit dem Ziel, sich zu stabilisieren und anzupassen. Das gilt für Mikroben ebenso wie für Menschen.

Doch es braucht jeweils einen Körper, anders als bei Computern. Darin sieht Dupré einen entscheidenden Unterschied. "Unser Geist entsteht nicht nur isoliert im Gehirn, sondern der Geist ist mit dem Körper verbunden", so Dupré.

Menschliches Leben ist mehr als Geist

Der Körper beeinflusst ebenso unser Gehirn, wie umgekehrt. Hormonschübe, Sehen, Tasten, Riechen: Menschliches Leben besteht nicht nur aus unserem Intellekt. Aber vielleicht heißt das letztlich auch: Samantha, das Betriebssystem aus "Her" ist eine neue Lebensform - maschinliches Leben, das nichts mit dem menschlichen zu tun hat.