"Du hast so einen sinnlichen Gang, gibst du mir deine Telefonnummer?" Es soll ja Menschen geben, die finden die Sprüche von Pick-up-Artists charmant. Andere finden sie lächerlich. Oder ärgerlich. Oder gefährlich. So wie bei Julien Blanc - ihm wird vorgeworfen, die Grenze zwischen Anmache und Übergriff überschritten zu haben.

Nach Australien kommt Julien Blanc nicht mehr. Das Land hat ihn ausgewiesen. Warum? Julien Blanc hat für die Firma "Real Social Dynamics" sogenannte "Bootcamps" angeboten. Dabei hat Blanc mehr als fragwürdige Methoden propagiert. Ein Beispiel: "In Tokio kannst du als weißer Mann machen, was du willst. Ruf einfach Pokémon, Pikachu oder sowas, und greif sie dir". Auf Youtube gibt es Videos, auf denen Blanc zeigt, wie das geht: "Ich lief durch die Straßen und zog ihre Köpfe zu meinem Schwanz."

Twitter-Kampagne gegen Julien Blanc

Bisher hat Julien Blanc das Netz und vor allem soziale Medien genutzt, um für sich Werbung zu machen. Zum Beispiel hatte er unter dem Hashtag #ChokingGirlsAroundTheWorld gezeigt, wie er Frauen würgt. Mittlerweile schlägt das Netz zurück: Unter dem Hashtag #takedownjulienblanc gibt es eine Twitter-Kampagne und in Deutschland eine Facebook-Protest-Kampagne gegen Blanc. In München wollen die Grünen einen Auftritt Blancs verhindern. Weltweit werden Hotel- und Seminarraumbuchungen storniert. Sogar der "Real-Social-Dynamics"-Chef hat sich von Julien Blanc distanziert.

"Mein Rat an Männer, die so ein Seminar besuchen wollen: Die Typen wollen nur euer Geld. Vielleicht hilft manchen Interessenten auch eher ein Besuch beim Psychologen."
Michael Gessat, Journalist