Lena war lange krank. Statt einer Kur pilgerwanderte sie 1200 Kilometer: In Japan auf der Insel Shikoku. Ein Ziel des Weges: Eine spirituelle Wiedergeburt.

Viele Menschen auf der Welt gehen wandern oder auch pilgern, wenn sie über etwas nachdenken wollen oder Abstand brauchen oder sich eine Erkenntnis erhoffen. In Europa ist der Jakobsweg der bekannteste Pilgerweg, und eigentlich wäre der für Lena Schnabl auch näher gewesen. Sie hat sich aber für einen anderen entschieden: Den Shikoku-Pilgerweg in Japan.

Dass sie überhaupt pilgern wollte, hat mir ihrer langen Krankheit zu tun. Sie hatte das Pfeiffersche Drüsenfieber, was so schlimme Symptome zeigte, dass sie monatelang nicht mehr alleine einkaufen oder im Stehen duschen konnte, weil sie so geschwächt war.

"Man macht heute keine Kur mehr. Heute geht man wandern."
Ein Freund von Lena

Den ersten Versuch, den 1200 Kilometer langen Shikoku-Pilgerweg zu gehen, musste Lena abbrechen. Ein halbes Jahr später hat es aber gekappt. Sie ist den Weg gegangen, hat alle 88 Tempel besucht und darüber ihr Buch "Meine Suche nach dem Nichts" geschrieben.

"Das Zufriedensein ist so einfach: Einfach zufrieden sein."
Lena

Im Gespräch mit Deutschlandfunk-Nova-Moderator Rahel Klein erzählt Lena, warum sie zwei Monate lang dasselbe Kleid getragen hat, was es mit dem Mann mit dem Mülleimer auf dem Rücken auf sich hat und warum die 80-Prozent-Regel so zufrieden machen kann.