2017 ist ein gutes Pilzjahr. Aber bevor ihr in den Wald stürmt und sammelt, was das Zeug hält, solltet ihr wissen, was ihr da nach Hause tragt. Und auch, wie ihr richtig erntet. Wir haben ein How-to-Pilze für euch.

Ihr wisst es schon: Nicht alle Pilze in deutschen Wäldern sind essbar und einige sind sogar extrem giftig. Manche Pilze können zu Übelkeit oder auch Brechdurchfall führen, im schlimmsten Fall geht das Pilzgift auf den Kreislauf über und kann sogar tödlich sein.

Ohne Ahnung besser Hände weg vom Pilz

Klar, es gibt zig Bücher und Apps, die dabei helfen, Pilze zu bestimmen. Doch beides bringt Anfänger nicht wirklich weiter.

"Man sollte sich schon mit den Pilzmerkmalen auseinandersetzen. Die sind in der Regel auch in der App enthalten. Man muss jedes Merkmal für sich genau prüfen. Wenn man leichtfertig darüber geht, dann kann man sich ganz böse vertun. Es gib viele Pilze, die sich sehr ähnlich sind."

Manche Pilze ähneln sich so sehr, dass sie sich nur schwer unterscheiden lassen wie zum Beispiel der genießbare Schafchampignon und der giftige Weiße Knollenblätterpilz. Kleiner Hinweis: Knollenblätterpilze sind für 90 Prozent aller tödlichen Vergiftungen verantwortlich - und so können sie aussehen:

Grüne Knollenblätterpilz
© dpa
Grüne Knollenblätterpilz

Tipp: Wenn ihr euch mit Pilzen nicht auskennt, dann geht nur mit einem erfahrenen Pilzsammler oder Pilzguide los und lasst am besten eure Beute von einem Pilzsachverständigen begutachten. Denn generelle Aussagen wie "die meisten Röhrlinge sind nicht giftig" oder "fast alle Lamellenpilze sind giftig" helfen nicht weiter. Der Satansröhrling könnte euer letzter gewesen sein, während die Lamellen des schmackhaften Parasol im Anfangsstadium an die des Knollenblätterpilzes erinnern.

Die Guten

Habt ihr essbare Pilze entdeckt, dann haben wir noch ein paar Tipps:

  • Essbare Pilze am besten komplett aus der Erde drehen - und zwar möglichst sanft. Abschneiden ist auch möglich. Aber wenn ihr euch nicht sicher seid, welchen Pilz ihr da vor euch habt, ist es für das Bestimmen meist hilfreich, den ganzen Pilz zu sehen.
  • Auf keinen Fall den Pilz aus der Erde herausreißen. Damit zerstört ihr das Myzel. Dieses weiße Geflecht aus Pilzfäden ist kaum sichtbar und liegt bis zu mehreren Metern rund um den Pilz im Boden. Es ist Teil des gesamten Pilzkörpers.
  • Pilze mit verrotteten Stellen lasst ihr besser stehen. 
  • Die geernteten Pilze transportiert ihr am besten in einem Korb, damit Luft ran kommt. Auf keinen Fall in einer Plastiktüte, denn dann bildet sich Feuchtigkeit und die Pilze verderben.
  • Und benehmt euch beim Sammeln nicht wie die Axt im Walde. Lasst die giftigen Pilze stehen, auch wenn sie ungenießbar sind, für das Wald-Ökosystem sind sie wichtig.
  • Absolutes No-Go: Naturschutzgebiete sind fürs Pilzesammeln tabu!

In eurem Körbchen sollten nur Pilze für den Eigenbedarf liegen. Denn die meisten Pilze in Deutschland sind geschützt: Sie dürfen eigentlich nicht gepflückt werden, nur zum Eigenbedarf. Der liegt zwischen 500 Gramm und etwa zwei Kilogramm - das variiert je nach Bundesland. 

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Zu Hause müsst ihr die Pilze erst einmal reinigen: abbürsten oder auch schälen. Ihr könnt die Pilze auch kurz in Salzwasser einlegen und abtupfen. Wichtig ist, dass ihr die Pilze allerspätestens zwei Tage nach dem Sammeln kocht. Am besten aber direkt nach dem Sammeln.

Kochen, trocknen, einfrieren

Wollt ihr die Pilze länger lagern, dann müsst ihr sie trocknen. Dafür schneidet ihr sie in Scheiben und schiebt sie für rund fünf Stunden bei maximal 40 Grad in den Backofen. Wollt ihr die getrockneten Pilze essen, dann müsst ihr sie für gut eine Stunde in Wasser einweichen. Ihr könnt Pilze aber auch einfrieren: Tiefgekühlt halten sie sich sechs Monate. Egal, wie: Guten Appetit!

Mehr zu Apps zum Pilzebestimmen hat der Grünstreifen.

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