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Rosa Einmalhandschuhe, mit denen Tampons blickdicht und hygienisch entsorgt werden können. Zwei Start-Up Gründer haben in einer TV-Show ihre Perioden-Handschuhe "Pinky Gloves" vorgestellt. Und werden für ihre Erfindung stark kritisiert. Aber auch sonst gibt es fragwürdige Intimhygieneprodukte auf dem Markt, findet unsere Deutschlandfunk Nova-Reporterin Minh Thu Tran.

Die zwei "Pinky Gloves"-Gründer, die in der TV-Show "Die Höhle der Löwen" einen Investor für ihre Perioden-Handschuhe gefunden haben, haben in den letzten Tagen im Netz einen ordentlichen Shitstorm kassiert. Das Produkt sei unnötig, umweltschädlich und natürlich mal wieder rosafarben lautet die Kritik. Abgesehen davon sei es nicht in Ordnung, dass zwei Männer mit einem Produkt Profit machen wollen, das die Periode als unhygienisch ansieht, wie zum Beispiel die Autorin Franka Frei auf Instagram schreibt.

"Kann doch nicht sein, dass zwei Typen Geld damit machen, indem sie Menstruierenden einreden, ein weiteres Produkt zu brauchen, um die Periode, die ja so unfassbar ekelhaft ist, zu vertuschen."
Franka Frei, Autorin des Buchs "Periode ist politisch"

Auch wenn Produkte wie die "Pinky Gloves" dazu beitrügen, dass Frauen-Hygiene tabuisiert wird, findet Deutschlandfunk Nova-Reporterin Minh Thu Tran, dass die beiden Männer hinter "Pinky Gloves" nicht das Problem sind. Sie halte nichts davon, Einzelpersonen stellvertretend für alle sinnlosen Erfindungen rund um Perioden- und weibliche Hygieneprodukte fertigzumachen.

Viele sinnlose Hygieneprodukte auf dem Markt

Davon gebe es einige: Binden mit Duft, um den Geruch der Periode zu kaschieren, Intim-Waschgel, Intim-Deos oder Vaginalduschen. Alle vier Produkte brauche niemand, weil die Scheide sich gut selbst reinigen könne. Der natürliche Ausfluss entsorge Bakterien, Pilze und abgestorbene Schleimhautzellen. Außerdem werden durch den sauren pH-Wert Bakterien bekämpft, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Minh Thu Tran. Das Perfide an den Hygiene-Produkten sei eigentlich, dass sie dem Intimbereich sogar schaden könnten. Denn wenn die Schleimhäute durch die Produkte gereizt werden, macht sie das anfälliger für Pilzerkrankungen und bakterielle Vaginosen.

Den Intimbereich so mild wie möglich waschen

Wer sich im Intimbereich trotzdem mit mehr als nur warmem Wasser waschen möchte, sollte darauf achten, dass in den Produkten keine Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten sind. Auch auf alkalische Seifen sollte verzichtet werden, weil diese den pH-Wert nach oben schnellen lassen.

"Wir müssen mehr über die Periode reden, aber nicht so dass sie schambehaftet bleibt."
Minh Thu Tran, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Generell sei es wichtig, dass wir mehr über die Periode reden, meint Deutschlandfunk Nova-Reporterin Minh Thu Tran. Zum Beispiel darüber, wie wir das Leben von menstruierenden Menschen einfacher machen können. Da gehe es aber eher um kostenlose Produkte auf öffentlichen Toiletten und Verständnis für Menschen, die starke Schmerzen während ihrer Periode haben.