Sie tranken gern, sie raubten viel und sie waren die Rächer der Gerechten. Stimmt's?

Piraten, das sind knallharte Jungs mit Augenklappe und Säbel, mit schlechten Zähnen und Mundgeruch, die fluchen und saufen und rauben und morden, bis zum Umfallen. Sie sind ihrem Kapitän treu ergeben - solange der Rum fließt. Und manche haben einen Klumpfuß oder einen Papagei auf der Schulter. Ganz so, wie in Fluch der Karibik.

Nun gut. Zumindest das mit dem Trinken stimmt, sagt die Anglistin Alexandra Ganser. So wie Jack Sparrow tranken alle Piraten gerne Rum. Noch häufiger tranken sie allerdings Grog, also Rum mit Wasser verdünnt. Denn das Wasser an Bord war meist miserabel und pur quasi ungenießbar.

"Nach einem Sieg oder nach einem erfolgreichen Beutezug haben die Piraten getrunken."

Die Piraten sorgten dafür, dass man sich vor ihnen fürchtete. Zur Imagepflege gehörte es, möglichst abschreckende Geschichten in Umlauf zu bringen. Auch die Piratenflagge am Schiff diente der Abschreckung. Dabei "haben sich die Piraten selbst als die Guten verstanden, die das bestehende System hinterfragen", sagt Ganser. Die Piraten ignorierten Gesetze, sie hatten ihren eigenen Code. "Und der Kapitän war der Hüter des Codes".

Das Gesetz der Krise

Und irgendwie ist das auch heute noch so: Die Piratenpartei, die Öko-Piraten - sie tragen die Piraten im Namen. Gansers These ist demnach, dass der Pirat immer dann in der Kultur, in der Literatur oder den Medien auftaucht, wenn es Krisen gibt oder um Verteilungsfragen geht.

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