Seit dem Wegfall des Zivil- bzw. des Wehrdienstes wird in der Politik immer wieder debattiert, ob ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) verpflichtend werden soll. Ein Argument: Nach der Schule könnten Absolventen und Absolventinnen der Gesellschaft etwas zurückgeben – und erhalten Orientierung.

Mit so einen "Gesellschaftsdienst" FSJ geben die, die sich dazu entscheiden, nicht nur etwas zurück – im besten Fall sammeln sie Erfahrungen, die bei der Berufswahl helfen können. Schließlich hat nicht jede*r nach dem Ende der Schule schon einen Plan, wie es weitergeht. Perihan wusste nach der Schule auch noch nicht, was sie später machen möchte. Sie ist 20 und macht seit September ein FSJ in einem Jugendzentrum.

"Es war tatsächlich mein Plan B was Soziales zu machen. Aber mir gefällt es wirklich supergut. Also ich weiß, dass ich das auch für die Zukunft haben möchte."
Perihan, 20, macht ein FSJ in einem Jugendzentrum
Perihahn macht ein freiwilliges soziales Jahr in einem Jugendzentrum
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Perihan, 20, macht ein freiwilliges soziales Jahr in einem Jugendzentrum

Eigentlich machte die 20-Jährige ihr Abi im Bereich Wirtschaft. Nach ein paar Minijobs entschied sie sich, ins Soziale zu wechseln. Das FSJ ist bereits nach zwei Monaten eine Unterstützung, damit sie sich beruflich orientieren kann. "Ich habe mich da dann auch noch mal selber gefunden und ich weiß zu 100 Prozent, dass das im Jugendzentrum das ist, was ich für längere Zeit machen möchte", sagt Perihan.

Selbstbewusstsein im FSJ sammeln

Das FSJ habe ihr außerdem geholfen, Selbstbewusstsein aufzubauen. Trotz der Vorteile werde das Jahr in der Gesellschaft nicht anerkannt, da es ehrenamtlich ist und Teilnehmende nur wenig verdienen. Deswegen ist Perihan der Meinung, dass die Gesellschaft besser darüber aufgeklärt werden sollte und sich alle dafür einsetzen sollten, damit FSJler Anerkennung bekommen.

Der Vorschlag von Perihan ist daher, dass das sogenannte Taschengeld von FSJlern erhöht werden sollte. Gerade bekommen die Freiwilligen maximal 423 Euro im Monat. Da sie bei ihrer Mutter wohnt, kommt sie mit dem Geld über die Runden. Dennoch kann es knapp werden, weil sie davon unter anderem ihr Auto bezahlen muss.

  • Autorin:  Celine Wegert, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin