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1968 erschien der erste "Planet der Affen" – damals wie heute geht es vor allem darum, dass die Filme Geld einspielen. Trotzdem steckte aber auch eine andere Idee hinter dem Original: indirekte Kritik an der Kriegs- und Sozialpolitik der USA. Wir schauen auf die Reihe zurück und sprechen mit Wes Ball, dem Macher des neuen Films. Außerdem waren Anna und Tom beim 74. Deutschen Filmpreis.

Als der französische Autor Pierre Boulle 1963 seinen "Planet der Affen"-Roman herausbrachte, erklärte er, das affenartige Verhalten vieler Menschen in der damaligen Gesellschaft habe ihn auf die Idee zu seinem Buch gebracht. Er hatte die Erkenntnis, wir seien in unserem Verhalten oftmals immer noch Primaten. Filmproduzent Arthur P. Jacobs sah für 20th Century Fox in dem Stoff vor allem das Potenzial eines großen Blockbusters, aber schon Regisseur Franklin J. Schaffner verspürte darin auch die Möglichkeit, mehr zu erzählen, als den Studiobossen lieb war.

Kritik an der herrschenden Klasse

Er holte sich unter anderem Drehbuchautor Michael Wilson ins Boot. Der war in den 50er Jahren wegen des Verdachts, mindestes Kommunismus-Sympathisant, wenn nicht gar Kommunist zu sein – wie viele andere Autoren in Hollywood – diffamiert worden. Und der sah nun seine Chance, in einem Hollywood-Blockbuster den generellen Umgang von Mächtigen mit der Arbeiterklasse in der Traumfabrik zu spiegeln.

Wilson und Schaffner sahen darin auch übergeordnet die Kritik am Rassismus in den USA und am laufenden Vietnamkrieg. Sie brachten diese Message im Film unter – versteckt genug, dass die Studiobosse immer noch ihren Blockbuster sahen, aber deutlich genug, dass die Massen im Kino sehr genau verstanden, worum es hier eigentlich ging. Der Film wurde ein Welterfolg, vier weitere folgten in der ersten Phase bis 1973, ein weiterer 2001 und noch mal drei Filme von 2011 bis 2017.

April 25, 2024, London, United Kingdom: Wes Ball attends the Kingdom Of The Planet of the Apes UK Launch Event at the BFI IMAX Waterloo in London.
© Imago | Zuma Wire
Regisseur Wes Ball ist für den neuen Film aus der Reihe "Planet der Affen" verantwortlich.

Auch "New Kingdom" soll der Auftakt einer weiteren Trilogie sein. Wir haben mit Regisseur Wes Ball darüber gesprochen und auf die legendäre Reihe zurück geguckt bis in die Anfänge. Eine sehenswerte Doku auf Arte ("Planet der Affen – Meilenstein der Science-Fiction") hat dabei geholfen. Bis Anfang Juni ist sie dort noch in der Mediathek. Der neue Film "Planet der Affen: New Kingsdom" ist ab dem 8. Mai 2024 im Kino zu sehen.

74. Deutscher Filmpreis

Beim Deutschen Filmpreis am 3. Mai 2024 hatten Anna Wollner und Tom Westerholt erst das Gefühl, hier dürfe alles, außer "Sterben" einen Preis gewinnen. Die ersten Nominierten gingen leer aus, darunter der als gesetzt geltende Lars Eidinger als bester, männlicher Hauptdarsteller und auch Matthias Glasner als bester Drehbuchautor – diesen Preis hatte er immerhin bei der Berlinale dieses Jahr gewonnen. Wer am Ende welche Preise gewonnen hat und mit wem die beiden am roten Teppich und auf der Gala gesprochen haben, erfahrt ihr ebenfalls in dieser Folge.

Shownotes
Planet der Affen: New Kingdom
Sozialkritik als Blockbuster getarnt
vom 08. Mai 2024
Moderation: 
Anna Wollner und Tom Westerholt
  • Filmbesprechung Doku "Planet der Affen - Meilenstein der Science Fiction" (Arte Mediathek)
  • Filmbesprechung "Planet der Affen: New Kingdom" (Kino)
  • Interview Wes Ball ("Planet der Affen: New Kingdom")
  • Interview David Leitch, Kelly McCormick  ("The Fall Guy", Kino)
  • Tom Westerholt und Anna Wollner auf dem Deutschen Filmpreis 2024