Im Meer treiben ganze Inseln aus Plastik, Deutschland ist Europameister im Plastikverbrauch. Wir produzieren immer mehr Plastikmüll, in dem die Welt versinkt. Jetzt naht Rettung: Ein kleines, unscheinbares und hässliches Insekt schafft unseren Müll weg.

Biologen der Stanford Universität und Universität Peking experimentieren seit einiger Zeit mit Mehlwürmern. Die Forscher haben den Würmern Polystyrol vorgesetzt, das ist eine Form von Kunststoffschaum, der häufig für Styroporverpackungen, Joghurtbecher oder Kabelisolierung verwendet wird. Normalerweise ernähren sich die Würmer von Weizenkleie.

Die Testwürmer haben brav das Polystyrol weggefuttert. Ein Wurm frisst im Schnitt weniger als 40 Milligramm von dem Plastik. Bis also so ein Joghurtbecher aufgegessen ist, müssen viele Würmer viele Tagen daran knabbern. Dafür lohnt sich aber das, was hinten herauskommt: CO2 und Kot, der Nullkommanull Giftstoffe enthält. Ganz im Gegenteil: Die Exkremente sind biologisch abbaubar und teilweise als energiereiche Biomasse verwendbar.

Talentierte Darmbakterien

Das Beste daran: Den Würmern geht es nach der Plastikmahlzeit gar nicht schlecht, obwohl sie gesundheitsschädliche Weichmacher oder Stabilisatoren verdrückt haben. Zumindest waren die Würmer während der Testreihe, die über einen Monat lang ging, genauso gesund wie die Vergleichsgruppe, die nur Weizenkleie verspeist hat. Die Bakterien im Darm der Mehlwürmer sind demnach so spezialisiert, dass sie ohne Probleme Plastik klein kriegen. An dieser Erkenntnis wollen die Wissenschaftler jetzt weiter forschen und testen, ob die Bakterien isoliert vom Wurm Müll und auch andere Arten von Plastik zersetzen.

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