Seit fast einem Jahr gilt in Deutschland die Pflicht, eine medizinische oder OP-Maske zu tragen. Und natürlich tragen die Menschen auch in anderen Ländern diese Einwegprodukte. Sie schützen zwar vor einer Ansteckung, sorgen aber auch für Müll. Dass es sich um so Müll handelt, hat sogar das Forschungsteam der chinesischen Nanjing Universität überrascht, berichtet Julia Polke aus den Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten.

Über acht Millionen Tonnen mehr Müll durch Masken & Co

"Neben dem Abfall aus Krankenhäusern verursachen auch private Haushalte durch Einwegmasken und Schnelltests viel Müll. Hinzu kommt, dass diese Produkte oft online bestellt werden und dadurch noch mehr Verpackungsmüll bedeuten."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten

Im Rahmen ihrer Untersuchung berechneten die Forschenden die Müllproduktion in 193 Ländern weltweit. Das Ergebnis: Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 wurden zusätzlich circa achteinhalb Millionen Tonnen Plastikmüll produziert. Ein Großteil davon seien Masken, Corona-Tests und all das, was aus Infektionsschutzgründen in Plastik verpackt werden müsse, sagt Julia Polke.

Hauptursache: mangelnde Müllentsorgung in Entwicklungsländern

Vor Corona sei weltweit etwa 300 Millionen Tonnen Plastikmüll entstanden. Jetzt seien es circa 1,5 Prozent mehr. "Das klingt erst mal wenig", sagt Julia Polke. "Das Problem ist aber, dass der Großteil aus Krankenhäusern in Asien stammt und dort nicht richtig entsorgt wird." Normalerweise müsste dieser Müll verbrannt werden, das geschehe aber vor allem in Entwicklungsländern nicht, sondern gelange in die Umwelt.

"Laut Berechnungen der Forschenden gelangen 25.000 Tonnen des pandemiebedingten Plastikabfalls in die Meere."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten

Fast drei Viertel des in der Coronazeit entstandenen Plastikmülls stamme aus asiatischen, rund zehn Prozent aus europäischen Flüssen. Die Folge: Laut der Forschenden wird der meiste Müll innerhalb von drei bis vier Jahren an Strände gespült oder auf den Meeresboden sinken, davon vieles in der Polarregion.