Endlich mal wieder die Regale abstauben, den Badezimmerboden wischen oder den Müll rausbringen: Dinge, die uns erst nerven und dann stolz machen. Wir erzählen euch, warum es sich für die Psyche lohnt, öfter mal sauber zu machen.

Putzen fand sie so lästig, dass sich Autorin Vreni Frost gern den Luxus einer Reinigungskraft für die eigene Wohnung geleistet hat. Doch wie das Leben so spielt, irgendwann hat Putzkraft Patrycja eine Knieverletzung, kann für längere Zeit nicht kommen, und Vreni muss wieder selbst ran. Dabei entdeckt sie eine angenehme Wirkung für sich selbst: Putzen ist nicht nur Hygiene für die Küche oder das Bad, sondern auch für's Hirn. Im Buch „Glanz und Gloria“, das Ende Februar erscheint, verarbeitet sie ihre Erfahrung.

"Warum nicht mal energetisches Heilputzen? Wenn es dir guttut Kalkflecken aus der Badewanne zu entfernen und dabei Atemübungen zu machen, dann mach das.“
Vreni Frost, Autorin

Bei einer Wandertour in Österreich, die Vreni als Energiewanderung angepriesen wurde, stellt sie fest: Sie muss gar nicht wandern oder meditieren, um abschalten und durchatmen zu können. Putzen reicht da völlig. Oder 'energetisches Heilputzen', wie Vreni es ironisch nennt. Ob ihre Reinigungskraft inzwischen wieder gesund aber arbeitslos ist und was Vreni Freundinnen und Freunden rät, die so ihre Probleme mit Sauberkeit und Ordnung haben – das hat sie uns im Interview erzählt.

Achtsamkeit: Putzen statt Meditieren

Als Big Tiba hat Michael Kompalla aus Berlin-Tempelhof über seinen Bezirk gerappt und für diesen Bezirk auch ein Image-Video gedreht. Zu sehen ist er unter anderem als Steuermann eines Putzfahrzeugs im Rathaus Schöneberg. Das ist keine nachgestellte Szene, sondern Michaels Arbeitsalltag: Als wir ihn im letzten Jahr interviewt haben, war er seit vier Jahren dort Putzmann und zum Beispiel für die Reinigung der Flure zuständig. Dreck ist für ihn Dreck – ob er ihn nun selbst verursacht hat oder er ihn für andere Menschen wegmachen muss, ist ihm egal. Und er mag seinen Job — er habe ihn sich schließlich selbst ausgesucht.

"Das ist halt mein Job. Wenn man das nicht machen möchte, soll man es sein lassen. Ich werde ja nicht gezwungen.“
Michael Kompalla, Rapper und Putzmann

Eine saubere Umgebung macht uns produktiver

Wir kennen das alle: Kurz vor einer wichtigen Klausur oder der Deadline für eine Hausarbeit, sind unser Arbeitsplatz und unsere Wohnung blitzsauber. Prokrastination sagen die einen, Grundlage für erfolgreiches Lernen, sagen die anderen. Psychologin Annegret Wolf bestätigt allerdings Letzteres – eine saubere Umgebung hilft uns produktiv zu sein. Auch wenn wir uns sonst gern ums Putzen drücken, müssen wir uns eingestehen: Es tut uns gut. Außerdem beweisen Studien, was einige von uns schon vermutet haben. Putzen hat einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit, sowohl psychisch, als auch physisch. Das Arbeiten im Haushalt hilft uns nämlich, unser Leben gedanklich zu ordnen.

"Manchmal haben wir das Gefühl, wir haben nicht alles in der Hand. Dann kann Putzen ein kleines Ritual sein, das uns Kontrolle über unser Leben zurückgibt.“
Annegret Wolf, Psychologin

Für welche Krankheiten das Risiko sinkt, wenn wir regelmäßig putzen, hat uns Annegret Wolf in der Ab 21 verraten.