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Es ist ein Ergebnis, das selbst die Forschenden überrascht hat: Den Hauptteil des Mülls im Meer machen Plastikverpackungen aus, die für To-go-Essen benutzt wurden. Das hat eine Studie der Universität Cadiz ergeben. Trotzdem gibt es die Hoffnung, dass sich daran in Zukunft was ändern könnte.

Für ihre Studie haben die Forschenden Müllproben aus verschiedenen Meeresregionen untersucht. Zuvor hatten sie Haushaltsmüll als größte Ursache für die vermüllten Meere vermutet. Doch bei der Auswertung zeigte sich ein anderes Bild: Es sind Plastiktüten, gefolgt von Einweg-Getränkeflaschen und Kunststoffbehältern, in die Essen zum Mitnehmen gefüllt wird, die den höchsten Anteil an Plastikmüll in den Meeren ausmachen.

Müll gelangt nicht nur übers achtlose Wegwerfen in die Umwelt

"To-go-Verpackungen werden zum einen achtlos in die Gegend geworfen. Zum anderen kann es passieren, dass man einen Kaffeebecher in den Abfalleimer wirft und er durch den Wind oder Tiere doch in die Umwelt gelangt."
Christian Schmidt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig

Anders sei es bei Haushaltsmüll, wie zum Beispiel Wattestäbchen, sagt Hydrogeologe Christian Schmidt. Auch die landen am Ende häufig in den Meeren, auch wenn die Menschen sie in den seltensten Fällen direkt hineinwerfen. Vielmehr geschehe das über die Toilette und Kanalisation. Der Weg führe dann meist über Flüsse ins Meer.

"Auch wenn man Müll guten Gewissens in den Müll schmeißt, kann es draußen in den nächsten Fluss und dann weiter ins Meer gelangen."
Christian Schmidt, Hydrogeologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Begrenzte Möglichkeiten von Kläranlagen

Zwar werde Plastikmüll in Kläranlagen aufgefangen, aber manches gehe eben doch durch. Deswegen sollten Wattestäbchen und ähnliche Produkte nicht in die Toilette geschmissen werden. Die Gefahr, dass der Müll auf diesem Weg ins Meer gelangt, sei immer noch hoch.

"Es bringt nichts, Einweg-Utensilien aus Plastik durch Einweg-Utensilien aus anderen Materialien zu ersetzen. Wenn ein Löffel aus Bambus in den Fluss fällt, macht es die Sache nicht so viel besser."
Christian Schmidt, Hydrogeologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Europäische Maßnahmen gegen Vermüllung

Meeresforschende fordern daher ein Verbot von Einwegplastik und -behältern. Die Idee: Was gar nicht erst produziert wird, kann auch nicht ins Meer gelangen. So weit wird es wohl nicht kommen, allerdings werden auf EU-Ebene ab Juli 2021 zum Beispiel Plastikbesteck und Behälter aus Styropor verboten. Boxen aus Aluminium und Plastik bleiben hingegen erlaubt. Und ab 2023 werden in Deutschland Restaurants und Imbisse, die Essen to-go verkaufen, verpflichtet, Mehrwegverpackungen anzubieten.