Der Bürgermeister des französischen Bresolles sorgt sich um seine Bürger - vor allem die jungen. Deshalb will er Pokémon Go aus seinem Dorf verbannen.

Es klingt wie ein schlechter Scherz, ist aber tatsächlich ernst gemeint. Der Bürgermeister von Bresolles hat einen Brief an Spielehersteller Niantic verfasst: Er möchte keine Pokémons, keine Poke-Arenen und keine Poke-Stops in seinem Dorf. Der Nachrichtenagentur AP sagte er, wenn ein Restaurant oder Café neu eröffnet, müsse sich ja auch erst eine Bewilligung von ihm holen.

Bresolles Bürgermeister sorgt sich um Ruhe und Ordnung in seinem 800-Seelen-Dorf in der Nähe von Lyon. Pokémon Go würde Jugendliche gefährlich süchtig machen. Das Problem: Weil in Frankreich Pokémon Go grundsätzlich erlaubt ist, kann er nicht einfach den Download sperren.

Niantec im Lösch-Fieber

Geantwortet hat Niantic bislang noch nicht auf den Brief. Das ist aber auch kein Wunder, denn der Pokémon-Entwickler kommt bislang kaum hinterher. Wer zum Beispiel keine Poke-Arena vor seinem Haus haben will, kann bei Niantic beantragen, dass der Ort von der Karte gelöscht wird. So hat Niantic zum Beispiel Gedenkstätten oder Orte von NS-Konzentrationslagern bereits von der Karte entfernt. Ob das für ein ganzes Dorf geht, ist allerdings fraglich.

Außerdem geht Niantic gerade massiv gegen Cheater vor. Also Leute, die statt rauszugehen ihre GPS-Daten faken und Pokémon von der Couch aus sammeln. Niantic sammelt Beweise, falls der Verdacht besteht, dass jemand schummelt, und sperrt dann den Account. Man hat zwar Zeit, Einspruch zu erheben, aber wer auffliegt, dessen Account wird gelöscht. Für immer.