Irgendwann musste es so kommen - der große Pokémon-Hype ist vorbei. Dem Spiel laufen die Spieler weg, heute öffnen 30 Prozent weniger User die App, als Mitte Juli.

Unser Netzreporter Konstantin Zurawski ist überrascht, dass Pokémon überhaupt so lange durchgehalten hat. Das Spiel ist ja schon mindestens sechs Wochen in Hype-Status. In Zeiten, in denen ein Video bei Facebook nicht mehr länger als eine Minute sein darf, damit es angeguckt wird, schon beachtlich.

"Pokémon Go war ein Hype - kein Medium, das nicht darüber berichtet hat. Wir ja auch."
Netzautor Konstantin Zurawski

Dass der Hype um Pokémon abflaut, ist also normal. Kein Medium, das nicht darüber berichtet hat, Promis haben mitgespielt, Politiker, die norwegische Ministerpräsidentin spielt in der Verhandlungspause mal eben ein Ründchen. Ganz normal, dass da viele Menschen dabei waren und sind, die einfach mal mitmachen wollten - um mitzureden oder vielleicht, weil sie zwei Wochen Spaß haben wollten.

Pokémon Go kostet Zeit

Dabei ist eigentlich klar: Für Pokémon Go braucht es einen langen Atem. Wer erfolgreich sein will, muss eine umfassende Pokémon-Sammlung aufbauen, muss viel unterwegs sein, und das kostet natürlich Zeit. Da wird vom Spiel an sich also schon eine gewisse Ernsthaftigkeit und Durchhaltevermögen gefordert. Und es gibt ja tatsächlich auch Spieler, die aus Pokemon Go einen Vollzeitjob gemacht haben. Also 50 Stunden in der Woche Pokémons jagen.

Wahrscheinlich werden die Nutzerzahlen noch etwas weiter zurückgehen. Aber das erklärte Ziel des Entwicklers Niantic ist es ja, möglichst viele Spieler möglichst lange zu behalten. Und deshalb wird Pokémon Go auch weiterentwickelt, zum Beispiel die Bewertungsfunktion, damit die Spieler ihre eigene Stärke beim Kampf gegen andere besser einschätzen können.