Am 18. September wird auch in Berlin gewählt - und Umfragen sagen der AfD da 10 bis 15 Prozent voraus. Was können die Parteien jetzt noch tun, um die AfD zu stoppen? Sich mehr voneinander abgrenzen, heißt die Antwort von Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky.

Aus Sicht der AfD-Wählerinnen und Wähler sind die etablierten Parteien das eigentliche Problem. Sie sind die Ursache für die Unzufriedenheit. Ein Problem, das sich nicht kurzfristig mal eben im Wahlkampf lösen lässt, erklärt Marcel Lewandowsky.

"Wir können sehen, dass sich bei der Wahl der AfD zum großen Teil ein Gefühl der Frustration, des Abgehängtseins, des nicht Einbezogenwerdens durch die etablierte Politik entlädt."
Marcel Lewandowsky, Politikwissenschaftler an der Bundeswehr-Universität Hamburg

Was jetzt noch hilft: eine begrenzte Form der Polarisierung. Gerade die Hauptparteien müssten sich langfristig viel stärker voneinander abgrenzen. Aus rein politikstrategischer Sicht heißt das auch, weniger Koalitionen einzugehen. Denn erst durch die Koalition kann sich die AfD als einzig wirkliche Alternative präsentieren.

"Große Koalitionen führen auf Dauer dazu, dass sich andere Parteien, die sich als Außenseiter stilisieren, sagen können: Wir sind die, die gegen diese Gleichwerdung der Parteien vorgehen."
Marcel Lewandowsky, Politikwissenschaftler

Es gibt nicht die eine Lösung

Ein allgemeines Rezept zum Umgang mit rechtspopulistischen Konservativen gibt es allerdings nicht, sagt Marcel Lewandowsky. Es gibt aber Beobachtungen dazu, wann rechtspopulistische Parteien auch wieder Stimmen verlieren. So haben in Finnland die rechten Parteien an Stimmen verloren, seit sie in die Regierung eingebunden sind.

"Wir sehen, dass der Rechtspopulismus nicht statisch ist – und auch seine Wahlergebnisse sind es nicht."
Marcel Lewandowsky, Politikwissenschaftler