Wie sieht das Polizeiauto der Zukunft aus? Von außen gar nicht mal so anders als gängige Streifenwagen. Auf die Technik im Inneren kommt es an.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen entwickelt gerade ein Polizeiauto der Zukunft, das allerdings genauso aussieht wie ein normaler Streifenwagen: Blaulicht auf dem Dach, foliert im typischen silbergrauen Muster mit neongelben Reflektionsstreifen.

Wichtig ist das Innere, die Technik unter der Rücksitzbank. Hier geht es vor allem um zwei besondere Anwendungen:

  • Zum einen soll der Polizeiwagen bei Einsatzfahrten auf Knopfdruck mit Ampeln kommunizieren können, um eine grüne Welle auszulösen. Zwar dürfen Polizei und Rettungswagen heute schon ohne Unterbrechung fahren, also auch über Rot. Allerdings müssen sie dabei immer ihre Geschwindigkeit reduzieren und besonders vorsichtig sein, weil sie darauf angewiesen sind, dass die anderen Autos trotz grünen Lichts auch tatsächlich anhalten.
  • Zum anderen soll der Polizeiwagen der Zukunft zum Beispiel bei Unfällen mit anderen Fahrzeugen kommunizieren können und ihnen automatisch Warn- und Umleitungshinweise aufs Display senden.

Zuverlässig, sicher und kompatibel muss das System sein

Entwickelt wird der neue Streifenwagen unter anderem von Thomas Franta, Projektleiter von Komod (kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf). Seit mehr als einem Jahr tüfteln er und seine Kolleg*innen an Lösungen für vernetztes Fahren.

Drei Anforderungen an den Streifenwagen der Zukunft beschäftigen sie besonders bei ihrer Arbeit: Das System muss immer zuverlässig sein, es darf also keine Funklöcher oder Verzögerungen geben. Das System muss sicher und geschützt sein, zum Beispiel vor Hacker-Angriffen. Und das System muss kompatibel mit der Infrastruktur der Umgebung sein.

"Es wäre fatal, wenn sich jeder ein Gerät bauen könnte, das ein Signal eines Funkstreifenwagens simuliert, und damit eine grüne Welle im Verkehr ermöglichen könnte."
Thomas Franta, Polizist und Projektleiter von Komod

"Infrastruktur der Umgebung" bedeutet: Ampeln und andere Autos müssen die Signale des Polizeiautos empfangen können. Daher arbeitet die Polizei in NRW unter anderem mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen. Gemeinsam sollen so technische Standards entwickelt werden. Denn die Polizei wolle nicht darauf warten, bis es irgendwann fertige Systeme gebe, sagt Thomas Franta.

Polizist Thomas Franta
© Deutschlandfunk Nova
Thomas Franta sitzt im Prototypen. Das Auto ist mit allerlei Technik ausgestattet: Zwei Sendermodule auf dem Dach, Router und Technik unter der Rückbank und ein zusätzliches Touchscreen in der Mittelkonsole.

Einsatz für neues Polizeiauto liegt noch in ferner Zukunft

Der Prototyp, der gar nicht anders aussieht als die gängigen Polizeiautos, war schon ein paar Mal auf der Straße unterwegs – eine bestimmte Route in der Innenstadt Düsseldorfs wurde zur Teststrecke ausgebaut.

Dabei merkten Thomas Franta und seine Kolleginnen und Kollegen: Es gibt noch einiges zu tun. Die Technik muss wirklich reif für den Alltag sein, und es gibt rechtliche Fragen, die geklärt werden müssen. Daher kann es noch Jahre dauern, bis das Polizeiauto der Zukunft zur Norm wird.