Ab Februar beginnt in Deutschland die Pollenzeit. Betroffene Allergiker haben es meistens nicht leicht, sich darüber zu informieren, wann und wo welche Pollen in der Luft sind. In Bayern soll ein neues Informationsnetzwerk helfen.

Noch ist das Wetter kalt und nass, aber in knapp vier Wochen beginnt in Deutschland bereits die Pollenflugsaison. Das bedeutet für etwa 16 Prozent der Deutschen einen Kampf mit der Allergie. Das bayerische Gesundheitsministerium möchte diese Menschen unterstützen und hat nun das "elektronische Polleninformationsnetzwerk", kurz "EPin", gestartet. Zwei Millionen Euro investiert die Behörde dafür.

Pollenvorhersagen bislang zu ungenau und zu spät

Pollenvorhersagen gibt es schon, zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst. Doch in Deutschland existieren viel zu wenige Messstationen, sogenannte Pollenfallen. Die Folge: Die Daten zu ungenau und kommen oft zu spät.

Für das neue Polleninformationsnetzwerk hat das Ministerium mehrere Messstationen in Bayern verteilen lassen. Diese sind auch viel präziser als die vorherigen Modelle und können genauere Daten über den vorhandenen Blütenstaub verarbeiten.

"Für Allergiker ist es extrem wichtig zu wissen, welche Pollen wann und wo fliegen. Nur dann kann man zum Beispiel Medikamente wie Antihistamine gezielt einnehmen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Die Messstationen vergleichen Bilder, die sie mit einer hochauflösenden Kamera aufnehmen, mit einer Datenbank aus unterschiedlichen Pollenarten. Das Besondere daran ist: der Vergleich passiert in Echtzeit. Alle drei Stunden wird das aktuelle Messergebnis zur Verfügung gestellt. Das funktioniert viel schneller als mit den vorherigen mit Klebestreifen ausgestatteten Pollenfallen, deren Ergebnisse noch manuell ausgewertet werden müssen.

Ab Februar sind die Daten über eine Webseite abrufbar, die zurzeit noch nicht verfügbar ist. Den Namen wird das Ministerium bald bekannt geben. Zwar gibt es das System zunächst nur in Bayern, doch wenn es sich bewährt, werden möglicherweise auch andere Bundesländer das Programm übernehmen.

Einige Bundesländer wie Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt haben nicht mal eigene Pollenfallen ­­- das System könnte sich also auch für andere Regionen auszahlen.