Kaum ein Fußballclub ist so angesagt bei Rappern und gefragt für Fashion-Kooperationen wie Paris St. Germain. Wie der Verein das geschafft hat, hat Reporterin Simone Schlosser recherchiert.

Der Hype um den Fußballclub wurde unter anderem durch den Track "Afro Trap Part. 3 (Champions League)" des französischen Rappers MHD ausgelöst. Diesen Song hat der Rapper für den Verein Paris St. Germain geschrieben. Das Video dazu wurde inzwischen fast 108 Millionen Mal angeklickt. Der Song, den der Rapper seinem Lieblingsverein widmet, hat gleichzeitig einen neuen Musikstil, den Afro Trap, geprägt. Afro Trap ist eine sehr tanzbare Version von Trap, die mit afrikanischen Beats unterlegt ist.

"Paris St. Germain hat in den letzten Jahren zwar die französische Liga dominiert, aber außerhalb davon haben sie so überhaupt nichts gerissen."
Simone Schlosser, Deutschlandfunk Nova

Musikjournalist Julian Brimmers führt den Trend, dass inzwischen auch in den USA Fußball-Trikots in Musikvideos etwa von Drake, Migos oder Pusha T zu sehen sind, auf Musikclips wie "Afro Trap Part. 3 (Champions League)" zurück. Fußball-Trikots sind jetzt generell beliebter in den USA, im Speziellen aber das des Vereins Paris St. Germain, sagt Reporterin Simone Schlosser. Das liege daran, dass der Fußballclub den Trend schnell erkannt und geschickt darauf reagiert habe.

"MHD trägt in dem Video auch ein Fußballtrikot – erst eins von Paris St. Germain, dann eins von Bayern München . Und seitdem sind Fußballtrikots jetzt total angesagt in den USA."
Simone Schlosser, Deutschlandfunk Nova
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Paris St. Germain verbessert Image durch Fashion-Kooperationen

Der Verein ist daraufhin einige Fashion-Kooperationen eingegangen, unter anderem mit Air Jordan und High-Fashion-Designerin Christelle Kocher. Die Designerin hat eine spezielle Trikot-Kollektion entworfen, bei der ein Stück rund 3.000 Euro gekostet hat. Popgrößen und Schauspieler wie Justin Timberlake, Beyoncé, Leonardo di Caprio und Mick Jagger haben Teile dieser Kollektionen dann getragen. Das hat den Glamour-Faktor des Vereins sicherlich erhöht.

"Wenn man den Gerüchten trauen kann, dann möchte Neymar jetzt schon am liebsten weg."
Simone Schlosser, Deutschlandfunk Nova

Allerdings merkt Reporterin Simone Schlosser an, dass der Verein zwar glamourös wirkt, aber außerhalb von Frankreich so gut wie keine Erfolge vorzuweisen hat. Deswegen ist es fraglich, sagt sie, wie lange das Königreich Katar, das hinter dem Verein steht, noch Geld investieren wird, wenn der Club auch in Zukunft nur in der französischen Liga erfolgreich ist. Sobald aber weniger Geld fließen würde, würden Stars wie der Fußballer Neymar wohl den Verein schnell hinter sich lassen, sagt Simone.

"Die Idee, die dahintersteckt, ist vor allem die, ein globales Publikum zu erreichen, dass sich jetzt nicht irgendwie für lokale Tradition oder Geschichte oder sonst irgendwas interessiert, sondern diesen Fußballklub so ähnlich wahrnimmt wie man vielleicht auch einen Klub aus der NBA oder American Football Club wahrnimmt, die ja eher nach den Gesetzen der Entertainment-Industrie funktionieren."
Christoph Biermann, Sportjournalist

Der Club Paris St. Germain war von Anfang an kein klassischer Arbeiterklassenverein, die gerne mal von sich behaupten, dass sie für ehrlichen Fußball stehen. Schon in den 1970er Jahren hatte der Verein einen gewissen Glamour-Faktor – zum Beispiel dadurch, dass der Modeschöpfer Daniel Hechter Präsident des Vereins war.

Für die Rapper, die ihre Treue zum Verein durch Musikvideos demonstrieren, zählen aber vielmehr die Fußballer des Clubs, die als Straßenkicker aus einfachen Verhältnissen angefangen haben, wie zum Beispiel Neymar und Kylian Mbappé. Auch den deutsche Rapper Capital Bra hat der Fußballverein zu seinem Song "Neymar" inspiriert, der bereits über 88 Millionen Mal angeklickt wurde.