Populisten verwenden gerne emotionale Sprache, denn es geht ihnen darum, Ängste zu schüren. Dazu benutzen sie möglichst bedrohliche Sprachbilder, wie etwa Flüchtlingstsunami oder Flüchtlingsstrom. Dem Zuhörer soll so das Gefühl vermittelt werden, dass er beschützt werden muss.

Außerdem macht der Sprachforscher Martin Haase in seinem Vortrag beim 33. Chaos Computer Congress (#33c3) auf die verbogene Sprache aufmerksam, die sich in Begriffen wie "Bahnhofsklatscher" äußert. So werden die Menschen bezeichnet, die im vergangenen Winter vorbehaltlos Flüchtlinge an Deutschlands Bahnhöfen mit Applaus empfangen haben. Außerdem geht es um die Umdeutung von Begriffen.

"Demokratie steht eigentlich für einen Minderheitenschutz und nicht dafür, dass die Mehrheit entscheidet, was zu passieren hat."
Nils Kinkel über den Vortrag von Martin Haase auf dem 33C3

Eine technische Lösung für das Problem gibt es nicht. Der Appell auf dem Kongress ging deshalb auch an die Medien, diese Sprache nicht einfach zu übernehmen. Wenn in den Nachrichten von "Flüchtlingswelle" oder "Flüchtlingsstrom" die Rede ist, hat sich die Sprache der Populisten schon durchgesetzt.

Klartext statt Euphemismus

Ein anderes Beispiel ist das Wort des Jahres "postfaktisch". Das, so sagt Sprachforscher Martin Haase, wird immer wieder falsch verwendet. Denn es wäre ein Euphemismus. Bevor wir von "postfaktisch" sprechen, sollten wir lieber deutlich machen, wenn es sich um eine Lüge handelt und das klar benennen.

"Da wo der politische Gegner aufrüstet, sollen die Wörter nicht einfach übernommen werden."
Nils Kinkel über den Vortrag von Martin Haase auf dem 33C3

Die Sprache der Populisten - Vortrag von Martin Haase auf dem 33. Chaos Computer Congress