Bei rund jeder vierten Suchanfrage im Netz geht es um Pornos. Während Corona ist der Konsum nochmal gestiegen. Eine Stunde Liebe schaut hinter die Kulissen der Sexindustrie.

Einen Tag lang wird gedreht, bis eine handvoll Sexszenen im Kasten ist. Eine Stunde Liebe Reporterin Hanna konnte bei einer Produktion in Hamburg beobachten, wie viel harte Arbeit für Darsteller*innen dahinter steckt und was alles herausgeschnitten wird.

"Bei Frauen ist in Pornos so gut wie kein Orgasmus echt."
Hanna Ender, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Pornodarsteller Till Krämer hat mit Mitte 20 mit Pornos angefangen. Er liebt seinen Job, erzählt aber auch von Schattenseiten. So hatte er sich immer wieder sexuell übertragbare Infektionen wie Tripper oder Chlamydien geholt.

"Viele männliche Darsteller helfen mit Viagra, Cialis und Co. nach. Zum Teil wird Kunst-Sperma aus Eiweiß angerührt."
Till Krämer, Pornodarsteller

Sein schönster Dreh war in einem Club in der Schweiz. Kritisch sieht Till Krämer, wenn sich Konsumenten an Pornos ein Vorbild nehmen. Beziehungssex habe mit Sex im Porno nichts zu tun.

"Es bräuchte in den Videos mehr Vielfalt, was Porno-Arten, Orientierungen und Körper angeht."
Stephanie Leitz, Sexualpädagogin, Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin Bochum

Pornos sind per se erstmal nicht gut oder schlecht, sagt die Sexualpädagogin Stephanie Leitz vom Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum. In Deutschland werde das Thema oft schwarz-weiß betrachtet. Entweder gilt Sex in Pornos als Vorbild oder Pornos werden verdammt. Man müsse Pornos als das betrachten, was sie sind: Fiktion.

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