Alle Tätigkeiten, die wir häufig tun, verändern das Gehirn. So viel steht fest. Und das gilt auch für das Pornoschauen.

Simone Kühn ist Entwicklungspsychologin am Max Planck Institut für Bildungsforschung in Berlin. Sie hat in einer Studie 65 gesunde Männer zwischen 21 und 45 Jahren untersucht: Es ging um deren Pornokonsum. Die Gehirne der Männer wurden in einem MRT-Gerät - also durch eine Magnetresonanztomographie - untersucht und zwar während die Männer nichts taten und während sie Pornos schauten.

Das Problem mit Henne oder Ei

Und siehe da: Bei Männern mit hohem Pornokonsum ist das Volumen des Hirnareals Striatum kleiner als bei den anderen. Im Striatum werden Begehrlichkeiten verarbeitet. Das Areal wird aktiv, wenn man sich was tolles vorstellt.

Unklar sind jedoch Ursache und Wirkung. Ist es das "kleinere" Belohnungssystem, das Menschen dazu bringt, mehr Pornos zu schauen? Oder führt viel Pornokonsum dazu, dass das Volumen des Striatums kleiner wird? Auf diese Fragen gibt es noch keine Antwort.

"Also 'Pornos machen kleine Hirne', das stimmt so nicht."

Hier brauche es noch mehr Forschung, vor allem Langzeitstudien. Generell verändern jedoch Tätigkeiten, die wir oft tun, unser Gehirn. "Das gilt auch für Golf- oder Videospielen", sagt Kühn. Die Frage sei, was solche neuen Tätigkeiten, genau mit unseren Gehirnen machen - und zwar langfristig.