Habt ihr ein kostenloses Girokonto? Dann ist die Frage, wie lange noch. Die Postbank will das kostenlose Girokonto jetzt abschaffen. Andere Banken könnten folgen. Macht ein Wechsel also Sinn?

Am Freitag (19. August) hat die Postbank angekündigt, das kostenlosen Girokonto ab November nicht mehr anzubieten. Außer: Ihr seid unter 22 Jahren oder ihr verdient mindestens 3000 Euro im Monat, die auf das Konto gehen. Vielleicht gilt ja auch beides für euch. Ansonsten kostet das Girokonto zwischen 1,90 und 9,90 Euro pro Monat.

Die Postbank ist eine der größten Privatbanken mit vierzehn Millionen Kunden in Deutschland, sagt unser Wirtschaftsexperte Jörg Brunsmann. Die Bank war mal Vorreiter in Sachen kostenfreies Girokonto - und jetzt ist es gerade die Postbank, die dieses Angebot als erste abschafft.

"Die anderen Bankmanager finden das richtig geil, was da gerade bei der Postbank läuft. Die haben nur darauf gewartet."
DRadio Wissen-Wirtschaftsexperte Jörg Brunsmann

Viele andere Banken beobachten das intensiv, denn sie haben die gleichen Probleme. Denn große Guthaben auf den Konten, kosten die Banken Geld. Sie zahlen Strafzinsen bei der Europäischen Zentralbank.

Vermutlich werden kleinere Internetbanken an den kostenlosen Girokonten festhalten, wie zum Beispiel Ing-Diba, Netbank, Consorsbank oder auch Wüstenrot. Diese Banken sparen Geld, indem sie keine oder kaum Filialen haben. "Die müssen praktisch an dem kostenlosen Girokonto festhalten, um für die Kunden überhaupt attraktiv zu bleiben", sagt Jörg.

Onlinebanken haben ein Problem...

Bei den reinen Online-Banken ist aber die Frage: Wie komme ich an mein Bargeld ran? Teilweise bieten die Banken Lösungen an: Zum Beispiel, wenn sie sich sogenannten "Bargeld-Gruppen" angeschlossen haben. In diesem Fall könnt ihr dann nämlich auch bei anderen Banken Cash holen - ohne Extra-Gebühren. Manche bieten auch eine Kreditkarte an, mit der ihr an vielen Geldautomaten Bares bekommt. Allerdings dürft ihr dann teilweise nur vier oder fünf Mal Cash holen - danach fallen Gebühren an. Es ist also wichtig, sich hier gut zu informieren.

"Die Internetbanken machen Sinn, wenn ich sage, ich will eigentlich nur das Konto. Ich mache ohnehin alles online."
DRadio Wissen-Wirtschaftsexperte Jörg Brunsmann

Wenn ihr keinen großen Service braucht, auch keinen Bankberater, dann sind die Internetbanken durchaus zu empfehlen, sagt Jörg.

Und noch eine gute Nachricht zum Schluss...

Der Bankwechsel wird deutlich einfacher. Ab Mitte September tritt nämlich ein neues Gesetz in Kraft, das die Europäische Union durchgesetzt hat. Ab dann müssen euch die Banken beim Kontowechsel helfen. Es soll dann alles so ein bisschen so werden wie bei einem Nachsendeauftrag.