Drei Stockschläge für illegales Sprayen. Diese antiquierte Rechtsprechung droht zwei jungen Deutschen in Singapur. Ort der Bestrafung: Der nackte Hintern.

Wahrscheinlich sollte es eine Mutprobe der besonderen Art sein. Wer nach Singapur reist, um dort illegal Graffitis zu sprayen, weiß in der Regel, welche Strafe ihm droht. Zwei 21-jährige Deutsche haben dennoch mehrere U-Bahn-Waggons in einem Bahndepot in Singapur besprüht und wurden geschnappt.

Vandalismus ist in Singapur bei weitem kein Kavaliersdelikt und wird durch Stockschläge auf den entblößten Hintern bestraft.

"Ab drei Schlägen sind das höllische Schmerzen."
Gero Simone, DRadio-Wissen-Reporter

Mit verbundenen Augen und in einer erniedrigenden Stellung empfangen Verurteilte die Schläge durch einen Vollzugsbeamten, der im Umgang mit dem 1,20 Meter langen Rohrstock extra geschult wurde. Trifft der Rohrstock auf die Haut, zieht ihn der Vollstrecker zu sich heran und die Haut platzt auf.

Was bleibt sind Narben

Außerdem wird immer auf die gleiche Stelle gezielt, wodurch in der Folge schlimme Narben zurückbleiben. Teil der Bestrafung ist es, dass dem Gepeinigten während des anschließenden Gefängnisaufenthaltes keine Schmerzmittel verabreicht werden.

"Über 30 Delikte ziehen in Singapur eine Prügelstrafe nach sich."
Gero Simone, DRadio-Wissen-Reporter

Schlag auf Schlag

Die Prügelstrafe droht in Singapur für unterschiedliche Vergehen wie Drogenschmuggel, Vergewaltigung, aber auch das Überziehen eines Visums und wird jährlich 2000 bis 6000 mal verhängt.

"Es sind mir wenige andere Länder bekannt, die ähnlich intensiv die Prügelstrafe vollziehen."
Andreas Fulda, Amnesty International

Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, denn laut Regierung sind strenge Regeln und Gesetze der Garant für die niedrige Kriminalität in Singapur.