Seit dem 3. Oktober ist Donald Trump im Krankenhaus. Diagnose: Covid-19. Aber er soll sich auf dem Weg der Besserung befinden. Doch es gibt große Unsicherheit: Wie geht es dem Präsidenten tatsächlich?

Die Ärzte von Donald Trump geben sich zuversichtlich: Sie hoffen, dass der US-Präsident schon heute, am 5. Oktober, aus dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus entlassen werden und im Weißen Haus behandelt werden kann.

Die Mediziner erklärten, es gehe dem Präsidenten schon sehr viel besser. Kein Fieber, er atme selbstständig, bekomme weiterhin Medikamente, darunter das Steroid Dexamethason. Das wird bei Atemwegserkrankungen wie einer Lungenentzündung eingesetzt.

Eine Lungenentzündung bei Trump wollten die Ärzte allerdings nicht bestätigen, sagt Doris Simon, Deutschlandfunk-Korrespondentin in Washington: "Denn Steroide werden in der Corona-Behandlung vor allem bei schwereren Verläufen eingesetzt."

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Unterdessen ist Trump wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Aus dem Krankenhaus hat der Präsident sich via Videobotschaft gemeldet: Er lerne gerade sehr viel über Covid-19.

Spritztour für die Fans

Er hat sogar das Krankenhaus bereits für einige Momente verlassen, berichtet Doris Simon: Im SUV und mit Maske hat er eine kleine Rundfahrt vor dem Krankenhaus gemacht, seine dort wartenden Fans gegrüßt und ist wieder zurück in seine Krankensuite.

Es scheint also: Der Präsident der Vereinigten Staaten ist bald wieder in gewohnter Verfassung.

Doch es gibt auch massive Unsicherheiten, auch weil es so viele widersprüchliche Nachrichten gibt. Erst soll die Diagnose laut Trumps Leibarzt am Mittwoch gestellt worden sein, dann erst am Freitag. Dann hieß es, der Zustand sei gut, dann wieder der Zustand sei ernst.

"Es gibt wahnsinnigen Druck von Seiten des Präsidenten, nichts zu sagen. Und wenn etwas gesagt wird, dann eigentlich nur Positives."
Doris Simon, Deutschlandfunk-Korrespondentin in Washington

Vonseiten des Präsidenten werde Druck gemacht, nichts über seinen Zustand nach außen dringen zu lassen, erklärt Doris Simon. "Und wenn etwas gesagt wird, dann eigentlich nur Positives." Trump wolle auf keinen Fall irgendwie schwach dastehen.

Darum habe auch Trumps persönlicher Arzt Sean Conley auf Nachfragen eingeräumt: Er habe versucht, die optimistische Einstellung wiederzugeben, die der Präsident dem Team im Verlauf der Krankheit gezeigt habe.

"Das ist seine Erklärung, warum er im Prinzip die Nation angelogen hat, wie es dem Präsidenten geht", sagt Doris Simon. "Denn dem ging es am Freitag und am Samstag nicht gut." Er hatte hohes Fieber und brauchte Sauerstoff. Das führe alles zu einer großen Unsicherheit: Wie geht es dem Präsidenten tatsächlich?

Krankheit ist keine Privatsache bei US-Präsidenten

Denn wenn der Präsident krank ist, ist das in den USA keine Privatsache, gerade jetzt in Krisenzeiten und Mitten im Wahlkampf. Zudem sind nun viele Wählerinnen und Wähler gespannt, ob Trump seine Einstellung zu Corona und seine Wahlkampfauftritte ändert, nachdem er die Krankheit über Monate heruntergespielt hatte.

Laut einer Umfrage sind 65 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Trump nicht erkrankt wäre, hätte er Covid-19 ernster genommen. Und viele zeigten sich über das Verhalten des Präsidenten entsetzt, berichtet Doris Simon: In den USA gibt es circa 208.000 Corona-Tote - und jetzt erst sagt Trump, er hätte etwas über das Virus gelernt. Und es bleibt die Skepsis, ob das überhaupt der Fall sei.

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