Ein eher unbedeutender Fußballklub wird in dieser Saison den englischen Meistertitel holen. Das freut alle, die die Verkündung der immer gleichen Meister satt haben.

Leicester zählt mehr als 300.000 Einwohner und liegt in den East Midlands. Die Stadt zählt zu den ältesten Städte Englands. Und bald stellt sie auch den neuen englischen Fußballmeister: Leicester City. Aus sportlicher Sicht ist das eine Sensation.

"Das ist schon so ein kleines Fußballwunder."
Stephan Reich, 11 Freunde

Viele Titelanwärter haben diese Saison schlecht gespielt wie Manchester United oder Chelsea, erklärt Stephan Reich vom Fußballmagazin 11 Freunde. Das ist die Chance für bislang eher unbedeutendere Vereine wie Leicester oder Tottenham, um am oberen Tabellenrand mitzuspielen. Außerdem, sagt Stephan Reich, hat Leicester einen Talentscout, der ein gutes Händchen für die richtige Zusammensetzung der Mannschaft hat. Steve Walsh hat zuvor für Chelsea gearbeitet und dort beispielsweise Didier Drogba entdeckt, erklärt Stephan.

Unschlagbares Team

Die Neuentdeckungen von Steve Walsh für Leicester waren noch zu Beginn der Saison völlig unbekannte Fußballer und würden jetzt als Topspieler gehandelt. Ein weiterer Faktor für den Erfolg der Mannschaft sei der Trainer, sagt Sportjournalist Stephan Reich, der den Spieler viele Freiheiten lässt. Sie würden ihm das mit wöchentlichen Spitzenleistungen zurückgeben: "Alles zusammen mixt sich gerade zu einem Fußballmärchen."

Es ist auch deshalb ein Märchen, erklärt Stephan Reich, weil die Verhältnisse der großen und der kleinen Clubs inzwischen völlig verschieden sind, dass so ein Erfolg eigentlich nicht mehr möglich ist. Denn die großen Clubs wie Manchester United oder Chelsea, die jahrelang in der Premier spielen, werden so gut vergütet, dass sie einfach immer reicher werden. Dadurch wird der Abstand zu Vereinen wie Leicester, der vergleichbar ist mit Augsburg oder Darmstadt, nicht mehr aufholbar.