In Deutschland gibt es immer mehr private Hochschulen. Dort studieren vor allem Berufstätige.

Allein in Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Hochschulstandorte seit 1990 fast verdreifacht: von 49 auf 145. Darunter sind inzwischen auch viele private Anbieter. Eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hat das Phänomen untersucht und festgestellt: private und staatliche Hochschulen sprechen unterschiedliche Zielgruppen an.

"Durch private Hochschulen werden zusätzliche Zielgruppen angesprochen. Zielgruppen, die früher gar kein Studium in Erwägung gezogen haben."
Jens Engelke, Sozialökonom, hat an der CHE-Studie mitgearbeitet

Während an den staatlichen Hochschulen vor allem Schulabgänger studieren, richtet sich das Angebot der privaten häufig auch an bereits Berufstätige. Kein Wunder, denn das Studium an einer privaten Hochschule ist teuer. Wer keine Eltern hat, die das Studium finanzieren können oder einen Studienkredit aufnehmen möchte, der braucht eigenes Geld.

Private Unis zielen auf den Arbeitsmarkt

Der Vorteil einer privaten Hochschule: Das Studium zielt speziell auf den Arbeitsmarkt ab. Viele Studierende schaffen den Übergang ins Berufsleben besser als an staatlichen Hochschulen. Das liegt aber auch daran, dass viele Studierende bereits einen Berufsausbildung haben und sich an der privaten Hochschule weiterbilden. In dem Fall spielt auch die größere Flexibilität der privaten Hochschulen eine Rolle. 

"Ein Großteil der Privat-Studierenden, die finden im Anschluss an das Studium ihren Arbeitsplatz, soweit sie den nicht bereits vorher hatten."
Jens Engelke, Sozialökonom, hat an der CHE-Studie mitgearbeitet

Zu den beliebtesten Studiengängen gehören Wirtschaftswissenschaften und Business-Studiengänge, Medien und Design sowie Studiengänge im Bereich Gesundheit. Nachteil der privaten Unis: Wer nach seinem Studium in die Forschung will, der hat es schwerer. Und natürlich sind auch die Kosten ein Faktor. Nicht jeder kann sich die Studiengebühren leisten.

Den Vorwurf, an privaten Universitäten könne sich einfach jeder einen Abschluss kaufen, lässt Jens Engelke so nicht stehen. Er hat an der CHE-Studie mitgearbeitet und sagt, dass auch die privaten Hochschulen Qualitätsstandards unterworfen seien, die durch den Wissenschaftsrat kontrolliert würden.

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