Pro Minute werden auf Youtube 400 Stunden Videomaterial hochgeladen. Wer kontrolliert das Material - und die Kommentare? Sexualisierte Kommentare von Pädophilen bleiben zu lange online. Und das ist nicht das einzige Problem, weiß unsere Netzreporterin Martina Schulte.

Ärger macht auch die Autovervollständigung. Die schlägt Nutzern bei der Suche Sätze vor. Zuletzt hat die Autovervollständigung bei Youtube Sätze mit pädophilem Inhalt vorgeschlagen. Das berichtet Buzzfeed.

User die ihre Suche mit den Worten "how to have" eingaben, bekamen durch die Autovervollständigung Vorschläge ergänzt wie "how to have s*x with your kids". Also: "Wie man Sex mit Kindern haben kann." Laut Youtube wurden die verstörenden Vorschläge mittlerweile gelöscht.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

Aber wie kann es überhaupt zu solchen Vorschlägen kommen? Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen:

  • Buzzfeed schreibt dazu, dass die Suche mit pädophilem Inhalt bei Youtube besonders häufig vorgekommen sei.
  • Im Netz wird aber auch die Vermutung geteilt, dass dahinter Trolle stecken könnten. Vielleicht haben sie Bots die Suchanfrage immer wieder in die Suchmaske tippen lassen.

Die Antwort darauf hat allein Youtube, das jedoch die genaue Funktion seines Algorithmus geheim hält.

Videos von Kindern mit sexualisierten Kommentaren

Doch die Sache mit der Autovervollständigung ist nur eines der Probleme von Youtube und nicht das schlimmste. Die Times berichtete, wie Videos von Kindern in Badeanzügen oder Unterwäsche auf Youtube von pädophilen Nutzern massenhaft geteilt und mit sexuell eindeutiger Sprache kommentiert wurden.

Das Meldesystem hat versagt

Obszöne und sexualisierte Kommentare sollen auf Youtube eigentlich rasch gelöscht werden. Dafür gibt es ein Meldesystem, das jeder nutzen kann, um bedenkliche Inhalte anzuzeigen. Doch laut einem Bericht der BBC funktioniert das System seit über einem Jahr nicht mehr richtig.

Journalisten der BBC machten den Test: Sie meldeten über 28 Youtube-Accounts, die obszöne Nachrichten auf der Plattform gepostet hatten. Das Ergebnis war erschreckend: Nach zwei Wochen waren 23 dieser Accounts noch online. Erst als das BBC-Team die Pressestelle von Youtube kontaktierte, wurden die restlichen Accounts entfernt.

Youtube gerät unter Druck

Für Youtube hatte das bereits unangenehme Folgen. Bloomberg berichtet, dass Firmen wie Lidl, Adidas oder Mars keine Werbung mehr auf Youtube schalten wollen, bis das Problem gelöst ist. Das Unternehmen hat reagiert und versprochen, an einer Lösung zu arbeiten. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass mehr Personal eingestellt wird, um mehr Inhalte zu prüfen und wenn nötig zu löschen.