Wenn ihr heute schon abgepackten Salat, Toast oder einen Smoothie gekauft habt, dann sicher auch deshalb, weil diese Produkte so praktisch sind. Und genau darüber haben ihre Erfinder auch nachgedacht. Denn diese und viele weitere Sachen aus dem Supermarkt wurde ursprünglich für die Truppenversorgung erfunden.

Auch Instant-Kaffee, Tiefkühlgerichte oder Müsliriegel zählen dazu. Entstanden sind sie ursprünglich als handliche, leichte und hygienisch verpackte Notrationen für Soldaten im Einsatz. Es geht um Energie für die Truppe. Und um diese sicher zu stellen, müssen Lebensmittel konserviert werden. Außerdem müssen die Sachen für den Transport geeignet, also leicht und platzsparend sein.

Stück Toast
© dpa

Die US-Amerikanerin Anastacia Marx de Salcedo hat das Thema für den US-Markt recherchiert und kommt zu dem Schluss: Würde man alle Produkte aus den Regalen nehmen, auf die das Militär irgendeinen Einfluss hatte, wären die Regale halb leer. Und das gilt auch für scheinbar frische Produkte.

Selbst in der Gemüseabteilung ist Anastacia Marx de Salcedo bei ihren Recherchen fündig geworden: Denn verpackte Salate und Gemüse halten sich länger Dank einer Schutzatmosphäre in der Packung. Diese Schutzatmosphäre wurde von der US Navy mit entwickelt. Und zwar, um die Salate nach Vietnam verschicken zu können.

"Die verpackten Salate, die verpackten Gemüse, das alles hält sich länger Dank einer Schutzatmosphäre in der Packung. Und die wurde von der US Navy mit entwickelt, um Salat nach Vietnam zu verschicken.
Anastacia Marx de Salcedo, Autorin des Buches "Combat-Ready Kitchen: How the U.S. Military Shapes the Way You Eat"

Es geht darum, Lebensmittel möglichst günstig herzustellen, sie sicher zu verpacken und länger haltbar zu machen. Aber auch um Platz und Transportkosten. Die Idee für das Formfleisch entstand zum Beispiel im ersten Weltkrieg, als auf einmal mehr als eine Million amerikanischer Soldaten in Übersee mit Fleisch versorgt werden mussten. Denn das Formfleisch ist nicht nur um 25 Prozent leichter als Fleisch mit Fett und Knochen. Dadurch, dass es sich in große Blöcke pressen lässt, braucht es beim Transport natürlich auch viel weniger Platz.

Ist dieser Einfluss auf unser Essen denn gut oder schlecht?

Viele Eigenschaften, um die es dem Militär geht, sind für uns ziemlich nutzlos. Unsere Lebensmittel müssen zum Beispiel nicht mit einem Flugzeug abgeworfen werden können. Und sie müssen auch nicht bei Zimmertemperatur haltbar bleiben und Selbsterhitzung ist auch nicht nötig. Komplett unnötig ist der ganze Verpackungswahnsinn, der erzeugt wird.

Salt in einer Verpackung
© dpa

Die Lebensmittel sind eben auch eher geeignet für einen kurzfristigen militärischen Einsatz, aber nicht unbedingt für die langfristige Ernährung von normalen Verbrauchern. Im Punkt Qualität hat auch Anastacia Marx de Salcedo bei ihren Recherchen das größte Problem festgestellt: "Ich glaube es war weniger gesund. Zumindest im 20. Jahrhunderts, als es dem Militär vorrangig darum ging, Lebensmittel länger haltbar zu machen."

"Durch die Konservierung sank der Nährwert und es kamen jede Menge chemische Zusatzstoffe ins Essen. Und natürlich viel Salz und Zucker als Konservierungsmittel. Und den Effekt dieser Ernährung sehen wir ja heute.“
Anastacia Marx de Salcedo, Autorin des Buches "Combat-Ready Kitchen: How the U.S. Military Shapes the Way You Eat"

Allerdings setzt sich das Bewusstsein für gesunde Ernährung in den USA immer stärker durch. Das Militär arbeitet jetzt an neuen Methoden, um Frische, Geschmack und Textur der Lebensmittel besser zu erhalten und weniger Zusatzstoffe zu verwenden. Also werden vielleicht das Militäressen und damit im nächsten Schritt auch unsere Convienience-Lebensmittel mittelfristig ein bisschen gesünder.