Du schaffst alles, bist fleißig und hast deine Termine im Griff. Du bist für alle da und vergisst nie etwas. Gleichzeitig fühlst du dich aber leer. So, als würde nichts mehr Spaß machen. Das könnte eine sogenannte hochfunktionale Depression sein.
Der Begriff hochfunktionale Depression wird im Sprachgebrauch meist für Menschen verwendet, die depressive Symptome erleben, im Alltag aber nach außen weiterhin leistungsfähig wirken.
"Die hochfunktionale Depression ist eine psychische Störung, die durch ein Trauma ausgelöst wird, etwa eine schlimme Kindheit, Mittellosigkeit oder einen körperlichen Übergriff", erklärt Verhaltenstherapeutin Dr. Main Huong Nguyen. Sie kann zu mangelnder Lebensfreude (Anhedonie) oder sogar zu masochistischem Verhalten führen.
"Die hochfunktionale Depression kann zu mangelnder Lebensfreude sowie masochistischem Verhalten führen."
Das Problem: Diese Form der Depression ist ganz besonders schwer zu erkennen, weil die Betroffenen an sich so "gut" funktionieren und alles im Griff zu haben scheinen.
Wenn uns die weiter oben beschriebenen Umstände, Gedanken und Gefühle bekannt vorkommen, kann uns Achtsamkeit dabei helfen, zu verstehen, wo wir selbst gerade stehen. Eine Frage, die wir uns stellen können, lautet: Bin ich einfach nur müde und erschöpft – oder vielleicht betroffen?
Zum genaueren Hinsehen inspirieren
Wie immer haben Diane und Main Huong Studien, Übungen und auch Literatur zum Thema mitgebracht. Ziel ist, dazu zu inspirieren, genauer hinzuschauen und genauer in sich selbst hineinzufühlen.
Hier findest du Hilfe
Bestimmte Dinge beschäftigen dich im Moment sehr? Du hast das Gefühl, in einer Situation zu stecken, die du nicht alleine klären kannst? Du weißt nicht mehr, wie es weitergehen soll? Hier findest du einige anonyme Beratungs- und Seelsorge-Angebote.
Ihr habt Anregungen, Ideen, Themenwünsche? Dann schreibt uns gern unter achtsam@deutschlandfunknova.de
- Übung: Geleitete Meditation, um die kleinen und großen Erfolge des Alltags bewusst wahrzunehmen und zu feiern
