Beim E-Sport müssen die Verantwortlichen - wie bei anderen Sportarten auch - gegen Doping vorgehen. Und dann müssen sie auch noch sicherstellen, dass die Spieler nicht cheaten...

E-Sport-Turniere sind professionell organisiert. Es geht um Geld. Sponsoren erwarten Marketing, Werbeplatzierungen - und ein sauberes Image. Wie in anderen Sportarten auch wollen die Veranstalter deshalb gegen Betrug vorgehen.

Das sind im E-Sport Doping, also leistungssteigernde Substanzen, und Cheaten, eine Art technisches Betrügen, bei dem das Spiel an sich manipuliert wird: Das wäre in etwa so, als würde eine Fußballmannschaft das eigene Tor gegen ein kleineres austauschen.

Mit der Einnahme von "Adderall" können E-Sportler zum Beispiel ihre Konzentration und damit ihre Leistung steigern. Die ESL erkennt die allgemeinen Doping-Richtlinien und Listen der Welt-Anti-Doping-Agentur an und führt Dopingtests durch, auch bei der ESL One Cologne.

Spieler dürfen keine Geräte mitbringen

Kontroll-Routinen gibt es dagegen beim Cheating. Games könnten von den Spielern so manipuliert werden, dass sie zum Beispiel sehen, wo sich ein Gegner oder eine Waffe befindet, was ohne Cheat nicht möglich wäre.

Um dem vorzubeugen, sind die Gaming-PCs nicht mit dem Internet verbunden. Und die Spieler dürfen keine Geräte mitbringen, mithilfe derer sie Dateien übertragen könnten, zum Beispiel USB-Sticks, Smartphones oder Smart Watches.

Auf einen Kopf zielen, den man nicht sieht.

Eine Restunsicherheit bleibt. So verfügen manche Mäuse inzwischen über interne Speicher, die zur Dateiübertragung genutzt werden könnten. Auch deshalb gibt es eine Kontrolle, die alle Cheats finden soll: Die Spiel-Software jedes Teilnehmers wird vor und nach dem Turnier kontrolliert - damit lässt sich dann überprüfen, ob sich zur Ausgangssituation etwas verändert hat.

Während des Spiels schauen Schiedsrichter den Spieler zudem immer wieder über die Schulter.

Gerüchte und Vermutungen gibt es immer

Trotz der Kontrollen: Gerüchte, dass ein Spieler gecheatet hat, gibt es immer wieder. Im Netz findet man zum Beispiel den Vorwurf, dass ein Spieler unmöglich auf den Kopf eines Gegners zielen könne, wenn der hinter einer Wand steht und eigentlich nicht gesehen werden kann.

Alexander Müller, Chef des E-Sport-Clans SK Gaming, sagt, es sei nicht so einfach, durch unmöglich erscheinende Spielzüge direkt auf Betrug zu schließen:

"Die Spieler auf Weltklasse-Niveau können teilweise fantastische Sachen machen in dem Spiel. Das fällt dem ein oder anderen schwer zu glauben und es geht die große Recherche los."
Alex Müller, Chef des Counterstrike-Teams von SK Gaming

Das Gute daran, dass die Fans aufpassen: Sie motivieren die Teams und die E-Sport-Ligen, aktiv gegen Doping und Cheaten vorzugehen.