Der Valentinstag im Jahr 1929 geht in die Geschichte ein: In Chicago erschießen als Polizisten verkleidete Mafiaangehörige mit Thomson-Maschinenpistolen sieben Angehörige einer konkurrierenden Mafiaorganisation. 

Trotz sofort einsetzender Aufklärungsarbeit können Täter und Hintermänner des Anschlags vom 14. Februar 1929 nicht ermittelt werden. Es wird vermutet, dass Al Capone, der Boss des "Chicago Outfit", dieses Verbrechen in Auftrag gegeben hat. Al Capone ist zu dieser Zeit einer der berüchtigtsten Gangster der USA. Er kontrolliert weite Teile der Unterwelt in Chicago und verdient Unsummen vor allem mit illegalem Glücksspiel, Prostitution und illegalem Alkoholhandel.

"Es gibt zwei Namen, die immer wieder auftauchen. Der erste Name ist eher unbekannt: Fred Burke, Spitzname Killer. Das war ein Angehöriger eines Syndikats aus St. Louis. Der zweite Name ist Al Capone, der berühmt-berüchtigte Bandenchef aus Chicago, der aber nicht als Täter, sondern eher als Strippenzieher in Erscheinung getreten ist."
Günter Bäcker, Dokumentarfilmer und Betreiber des Blogs "True Crime Stories"

Mit dem 18. Zusatzartikel zur Verfassung wird am 16. Januar 1919 ein landesweites Verbot der Herstellung, des Transports und des Verkaufs von Alkohol beschlossen. Diese Prohibitionszeit endete erst 1933 und bietet den Mafiaorganisationen in Chicago und anderswo ein reichhaltiges, allerdings kriminelles, Betätigungsfeld – nämlich den Handel mit Alkohol.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Thomas Welskopp, Historiker an der Universität Bielefeld, erläutert die Entstehung der organisierten Kriminalität in den USA in den 1920er Jahren. 
  • Günter Bäcker betreibt die Seite "True Crime Stories" und schildert die Hintergründe des Massakers in Chicago - soweit sie bekannt sind. 
  • Ralph Ghadban ist Islamwissenschaftler und hat ein Buch über die arabischen Clans geschrieben, die heute zur organisierten Kriminalität zählen und in Deutschland aktiv sind.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die 1920er Jahre, in denen die Herstellung, der Transport und der Konsum von Alkohol verboten waren und damit der organisierten Kriminalität ein großes Betätigungsfeld offen stand. 
  • Deutschlandfunk-Nova-Autor Felix Schledde erzählt die Geschichte des Massakers am Valentinstag 1929 in einer Garage in Chicago

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