Einer der Attentäter von der London Bridge soll explizit über Youtube-Videos eines Predigers aus den USA radikalisiert worden sein. Jetzt will Youtube mehr gegen extremistische Inhalte tun.

Der Leiter der Google-Rechtsabteilung und Vizechef des Konzerns, Kent Walker, hat einen Vierpunkteplan vorgestellt, um in Zukunft besser auf extremistische Videos reagieren zu können. Denn Videos mit IS-Propaganda und Hasspredigten sind schlecht fürs Geschäft. In der jüngeren Vergangenheit gab es bereits massenhaft Boykottaufrufe, bei Youtube und Google doch bitte keine Werbung mehr zu schalten, weil die sonst plötzlich neben extremistischen Inhalten auftauchen könnte.

Punkt 1: Filtern

Um eben diese Inhalte noch besser und genauer filtern zu können, setzt Google auch auf Künstliche Intelligenz (KI). Das ist allerdings nicht ganz so leicht umzusetzen. Wenn Teile aus bekannten Videos neu zusammengesetzt werden oder in anderen Clips auftauchen, ist die Trefferquote ganz gut. Aber wer entscheidet dann zum Beispiel, ob es sich um eine Dokumentation über den IS handelt oder ob das ein neues Propagandavideo ist?

Punkt 2: Mehr Experten

Genau an dem Punkt will Youtube mit weiteren Experten aushelfen. Es müssen also trotz KI auch weiter Menschen darüber entscheiden, worum es sich im Zweifelsfall bei einem Video wirklich handelt. Der Druck auf diese Experten ist groß, denn Fehler werden kaum toleriert. Und es wäre natürlich fatal, wenn - wie bei Facebook zuletzt geschehen - diese Experten unfreiwillig geoutet und damit identifizierbar gemacht werden.

Punkt 3: Warnhinweise

Bei Inhalten, die nicht eindeutig gegen die Youtube-Regeln verstoßen, aber doch aufwühlende religiöse oder rassistische Tendenzen zu erkennen sind, soll zukünftig ein Warnhinweis zu sehen sein. Außerdem soll es keine Möglichkeit für Werbung geben. Heißt: Youtube setzt darauf, dass diese Inhalte dann einfach in der Masse der Videos untergehen.

Punkt 4: Gegeninitiativen unterstützen

Videos, die sich offiziell gegen extremistische Ideen wenden, die aufklären oder Ausstiegsmöglichkeiten aus der Szene aufzeigen, sollen hingegen in Zukunft Unterstützung vom Netzwerk erhalten.

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