Prostitution in Dänemark ist legal. Doch hier wie dort gehen viele Prostituierte nicht freiwillig zur Arbeit. Dahinter stecken finanzielle Nöte oder auch Zwangsprostitution. Das dänische Fernsehen packt trotzdem die Ironiekeule aus und machte einen Verbrauchertipp für Freier. Doch die Idee scheiterte, sagt Alex Buchholz.

Das zweite dänische Fernsehen DR2, eine Mischung aus ARD, ZDF und 3sat, strahlte eine Verbrauchersendung für Freier aus. Titel: Two Blowjobs tak!. Finanziert aus öffentlich-rechtlichen Gebühren. Am Anfang erzählen Männer in Unschärfe, was man für 130 Euro so bekommt - unter anderem auf dem Straßenstrich.

"Provokation ist das eine. Aber Zwangsprostitution im Rahmen einer ironisch gestrickten Sendung zu zeigen, das geht nicht."
Medienecho in Dänemark

In der Sendung "Zwei Blowjobs, danke" kommt auch ein Wirtschaftsprofessor zu Wort. Die Ware Sex richte sich nach Marktmechanismen, nach Angebot und Nachfrage also. Die Finanzkrise habe zum Beispiel dazu geführt, dass mehr Straßenprostituierte Sex ohne Kondom anbieten. Unter anderem weil die Freier weniger Geld hätten.

Die Sendung ist der Versuch ein Thema, nämlich käuflichen Sex, mal anders zu erzählen und dabei trotzdem die hässlichen und ausbeuterischen Seiten des Gewerbes zu zeigen. Doch die Idee scheitert, sagt Alex Buchwald.

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