In sechs großen Städten soll es Demonstrationen geben, organisiert von mehreren Bürger- und Umweltbewegungen. Ihr selbst gestecktes Ziel: Extremisten von den Demos fernhalten.

Das Bündnis "Solidarischer Herbst" hat zu Demonstrationen am 22. Oktober aufgerufen. Stattfinden sollen sie in Berlin, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt am Main, Hannover und Stuttgart. Das Bündnis besteht unter anderem aus den Organisationen Attac, Campact, Greenpeace, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Gewerkschaften.

Auf den Demonstrationen soll es zum Beispiel um die Themen Energiekrise, finanzielle Entlastungen und Klimaschutz gehen. Gefordert wird unter anderem eine Nachfolge für das 9-Euro-Ticket. Diese sozialen und ökologischen Forderungen soll der Staat zum Beispiel durch eine Vermögens- und eine Übergewinnsteuer finanzieren.

Gegengewicht gegen Extremisten

Bei vergangenen Demonstrationen zu ähnlichen Themen haben extreme Rechte und extreme Linke teilgenommen und teilweise demonstrieren sie gemeinsam.

Das Bündnis "Solidarischer Herbst" will verhindern, dass die Demonstrationen am Wochenende von extremen Linken, vor allem aber von Rechtsextremisten unterwandert werden. Katrin Beushausen vom Verein Campact, der unter anderem Demonstrationen und Online-Kampagnen organisiert, sagt: "Wir wollen den Diskurs nicht den Rechten überlassen."

"Wir machen explizit deutlich, für welche Inhalte wir auf die Straße gehen und wovon wir uns abgrenzen."
Katrin Beushausen, Campact

Um das zu erreichen hat Campact und die anderen Demo-Organisatoren nach eigener Aussage mehrere Maßnahmen ergriffen. Sie würden sich solidarisch mit der Ukraine zeigen und andere Inhalte vertreten, die die Rechtsextreme nicht fordern.

Außerdem würden sie auf den Demos versuchen, Menschen, die zum Beispiel mit einer AfD- oder Russland-Flagge auftauchen, bitten, die Demonstration zu verlassen. "Wir haben Strukturen geschaffen, in denen eine große Awareness für das Thema besteht", sagt Katrin Beushausen.

In der Vorbereitung auf die Demonstrationen hätten die Organisatoren zudem ein "Monitoring betrieben", also zum Beispiel in entsprechenden Chats recherchiert, was Vertreter extremer Gruppen planen.

Forderungen des Bündnisses

Das Bündnis "Solidarischer Herbst" fordert:

  • "500-Euro-Brutto-Soforthilfe"
  • Erhöhung des Bürgergeldes
  • höhere Investitionen in eine ökologische Infrastruktur
  • verstärkter Ausbau der erneuerbaren Energien
  • klimaneutralen öffentlichen Nahverkehr
  • "bezahlbare Nachfolge des 9-Euro-Tickets"
  • Vermögenssteuer
  • "ganzheitliches Konzept für Entlastungen und Investitionen"
  • Kurz und Heute
  • Moderator:  Till Haase
  • Gesprächspartnerin:  Katrin Beushausen, Campact