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Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens und trans. Engagiert, um die Akzeptanz queerer Menschen zu steigern. Dafür haben Sabine Bolz und andere jetzt die Auszeichnung "Prout Performer" erhalten.

Einmal pro Jahr zeichnet die Müncher Prout-at-Work-Foundation die Prout Performer aus. Das sind zum Beispiel lesbische, schwule oder trans Geschäftsführer*innen oder andere sichtbare Mitarbeitende, die als Vorbild dienen können.

Damit will die Stiftung Vorurteile und Hürden in der Arbeitswelt gegen LGBTQI-Menschen reduzieren. Zum Beispiel:

  • 70 Prozent der trans Menschen haben sich im beruflichen Umfeld noch nicht geoutet
  • 30 Prozent der homo- und bisexuellen Menschen erleben Diskriminierung bei der Arbeit. Bei trans und intergeschlechtlichen Menschen sind es 40 Prozent - zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der Universität Bielefeld
  • Zum Beispiel werden Namensänderungen nicht akzeptiert. Toiletten dürfen nicht entsprechend der Geschlechtsänderung benutzt werden
  • "Im Arbeitsleben werden Witze gemacht, das Wunsch-Pronomen wird nicht akzeptiert, das verwendet werden soll.
  • In Vorstellungsgesprächen müssen sich Schwule zum Klischee äußern, sie seien weniger durchsetzungsstark als Hetero-Männer.
  • Im schlimmsten Fall verlieren Personen, die sich zum Beispiel als trans outen, ihren Job.

Eine Person, die als Prout Performer ausgezeichnet wurde, ist Sabine Bolz. Seit 2016 leitet sie ein mittelständisches Unternehmen für Isolierungen in Mannheim und hat sich vor zwei Jahren als trans geoutet. Nun wurde sie auf den ersten Platz der "Prout Executives" gewählt.

"Wir müssen in Deutschland gegenüber den angelsächsischen Ländern noch aufholen."
Albert Kehrer, Vorstand Prout-at-Work-Foundation

Auch wenn es in Deutschland noch einiges an Nachholbedarf gegenüber den angelsächsischen Ländern gebe, freut sich Albrecht Kehrer von Prout-at-Work über die positiven Beispiele, die es auch gibt. Man sehe, dass in den letzten Jahren in Deutschland einiges passiert sei.

"Es ist deutlich mehr Offenheit da. Die Unternehmen haben erkannt, dass der Fachkräftemangel sie zwingt, sich für alle Menschen zu öffnen", sagt Albert Kehrer. "Und damit öffnen sie sich auch für dieses Thema."

"Wir leben in einer heteronormativen Welt. Das heißt, dass wir vom Gegenüber immer annehmen, dass sie oder er heterosexuell ist."
Albert Kehrer, Vorstand Prout-at-Work-Foundation