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Den eigenen Geburtstag während der Corona-Pandemie über Zoom und Co. zu feiern, ist irgendwie lahm? Die Psychologin Meike Watzlawik erklärt uns, warum wir jetzt genau solche Rituale brauchen.

Meike Watzlawik, Psychologin und Professorin für Entwicklung, Bildung und Kultur, beschreibt Rituale als "externe Zeitgeber". "Sie können uns die Struktur geben, die uns jetzt gerade allen ein bisschen abhandenkommt." Nur wie motiviert man sich überhaupt dazu, während der Pandemie den eigenen Geburtstag zum Beispiel digital zu feiern? Meike Watzlawik glaubt, dass wir uns selbst und andere dazu anspornen müssen, um Abwechslung in den Zoom-Geburtstag zu bringen.

"Gemeinsam die Geburtstagstorte vor dem PC zu essen, ist wahrscheinlich schöner als alleine."
Meike Watzlawik, Psychologin und Professorin für Entwicklung, Bildung und Kultur

Auch in der Pandemie tickt jeder anders

Dass nicht alle gleich stark unter den Einschränkungen der Pandemie leiden, stellt die Expertin ebenfalls klar. "Die Bedürfnisse sind in dieser Zeit sehr unterschiedlich." So seien Lockdown und Co. etwa für manche introvertierte Menschen nicht so leidvoll wie für andere, die ihr Glück eben nicht aus dem Alleinsein schöpfen können.

"Extrovertierte Menschen, die sehr viel Energie aus dem Miteinander mit anderen ziehen, haben entsprechend Schwierigkeiten, ihren Akku wieder aufzuladen."
Meike Watzlawik, Psychologin und Professorin für Entwicklung, Bildung und Kultur

Herausforderung Alltag

Aber auch mal keine Rituale zu haben – kann das auch entspannen? Eher nicht. Denn: Der Lockdown zwingt uns dazu, viele Aufgaben gleichzeitig im Home Office unter "Eigenregie" zu managen. Das unterscheide sich laut Meike Watzlawik deutlich von der Strukturlosigkeit, die manche von uns etwa im Urlaub erleben und schätzen. "Der Arbeitsalltag muss aufrechterhalten werden, die Kinder sollen versorgt sein, man will Sport treiben und muss Termine einhalten."

Eine Faustregel für den Pandemie-Alltag hat die Psychologin auch: "Es ist wichtig, bestimmte Gewohnheiten zu pflegen." Sonst sei die Versuchung besonders groß, die relevanten Aufgaben und Dinge schleifen zu lassen und zu verschieben. Das könne dann unsere innere Uhr und das Zeitgefühl durcheinander bringen. Soweit sollten wir es nicht kommen lassen – denn: Meike Watzlawik kann sich gut vorstellen, dass wir so manche neuen Rituale, wie online Kaffee zu trinken, auch nach der Pandemie fortführen werden.

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