Nur schlechte Nachrichten überall und dann dürfen wir auch noch keine anderen Menschen treffen: Der Corona-Blues hat viele von uns im Moment fest im Griff. Die Diplom-Psychologin Christine Geschke nennt Strategien, um mit dieser Ausnahmesituation klarzukommen.

Die Corona-Pandemie macht vielen Menschen weltweit Angst. Zunächst sei Angst aber ein sinnvolles Gefühl, das bewirkt, dass wir uns schützen möchten, erklärt die Diplom-Psychologin Christine Geschke. Sinnlos sei allerdings das Grübeln und viele Menschen würden in der jetzigen Zeit leider in solches Grübeln verfallen. Man male sich dabei den schlimmstmöglichen Fall immer wieder aus.

"Man katastrophiert. Man malt sich die schlimmsten Konsequenzen aus. So gerät man in einen Angstkreislauf."

Wenn wir uns aber diese Grübelattacken bewusst machen und uns deren Sinnlosigkeit vor Augen führen, können wir aus diesem Kreislauf ausbrechen. Außerdem helfe es, sich seriöse Informationen über die Corona-Pandemie zu beschaffen, etwa beim Robert-Koch-Institut. So lasse sich die Bedrohung besser einschätzen und aushalten, sagt Christina Geschke.

Rituale gegen die Panik

Am Morgen oder am Abend kleine Rituale einzuführen, helfe auch gegen die Angst, so die Psychologin. Sie schlägt etwa eine Tasse Kaffee am offenen Fenster oder ein kurzes Sportprogramm am Morgen vor. Man könne auch morgens aufschreiben, wofür man dankbar sei.

Auch einfache Meditationsübungen seien hilfreich. Das bewusste Ein- und Ausatmen etwa lenke die Aufmerksamkeit auf die Atmung. Trotzdem würden sich Angst und Sorge bei uns manchmal einschleichen, aber es gehe eben darum, diesen Gedanken und Gefühlen nicht zu viel Raum zu geben. "Diese Gedanken kommen, aber man lässt sie dann eben wieder ziehen", sagt Geschke.