Du stehst ganz alleine an einem spiegelglatten See in den Bergen. Weit und breit ist niemand sonst zu sehen. Endlich spricht keiner mehr, endlich absolute Stille, denkst du. Aber halt: der Wind weht, ein Flügelflattern, das Knacken von Ästen - so wirklich still ist es nie, sagt Psychoakustiker Hans Hansen.

In der Natur ist es nie vollkommen still, in Gebäuden sowieso nicht: die Heizung rauscht, irgendein Geräusch hört man immer. Aber selbst wenn man völlig alleine auf einer einsamen Wiese steht oder nachts im eigenen Bett liegt und es rund herum still ist, rauscht immer noch das Blut in den Adern und der Puls schlägt. Hans Hansen ist Psychoakustiker und sagt, dass es vollkommene Stille gar nicht gibt.

"Wenn man Stille als Abwesenheit von Geräuschen betrachtet und Geräusche im Prinzip nichts anderes als Druckschwankungen sind, dann gibt es Stille im physikalischen Sinne nicht."

Was uns Geräusche über Gegenstände verraten

Das Forschungsgebiet der Psychoakustik erforscht unter anderem auch, welchen Sound bestimmte Produkte haben sollten, um hochwertig zu klingen und sich somit besser zu verkaufen. Beispielsweise ist der Sound eines Autormotors oder einer Autotür nicht zufällig, sondern das Ergebnis der Forschungsarbeit von Psychoakustikern. Bevor ein Produkt auf den Markt kommt, werden viele Tests in Laboren durchgeführt, um die Wirkung verschiedener Töne und Geräusche zu erforschen.

"Bei einem Experiment ging es darum, Wahrnehmungsschwellen von Tönen zu erforschen. Man wartet so konzentriert auf einen Ton und meint manchmal schon, etwas gehört zu haben, bevor der Ton überhaupt abgespielt wurde."