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Horoskope sagen angeblich unser Schicksal voraus. Für einen Moment scheinen wir die Kontrolle über unser Leben zu haben. Das kann sich erstmal gut anfühlen, doch zu ernst sollten wir das Ganze nicht nehmen, meint der Psychologe Sascha Neumann im Gespräch.

"Eine Krise wird auf dich zukommen, doch du wirst gestärkt aus ihr hervorgehen" – So in etwa könnte euer Horoskop klingen. Ein gutes Horoskop ist möglichst unkonkret und unspezifisch, meint der Psychologe Sascha Neumann. "Bei 365 Tagen im Jahr wird irgendein Tag dabei sein, an dem es eine Krise gab, an dem man nicht so weitermachen konnte wie bisher." Voilà, fertig ist die Vorhersage.

Dass wir dennoch darauf reinfallen, liegt an unserer Psyche. Wir wollen die Macht über unser Leben, anstatt das Schicksal als passive Konsumenten über uns ergehen zu lassen, sagt er. Das Horoskop simuliere diese Kontrolle.

Das Horoskop als Impulsgeber

Ein Horoskop zu kaufen, kostet meist nicht viel – es ist allerdings nicht immer gut für unsere Nerven, meint der Psychologe Sascha Neumann. "Ich kann Verluste erleiden, wenn ich es zu ernst nehme", erklärt der Experte im Gespräch. Wenn wir also zu fest an unser Horoskop glauben, lassen wir keine Alternativen zu. Tritt das erhoffte Ereignis dann nicht ein, sind wir tief enttäuscht. "Das wird dann gefährlich." Stattdessen sollten wir Horoskope lieber als Impulsgeber verstehen.

"Ich glaube nicht daran, genauso wenig sage ich aber, dass es Humbug sei."
Sascha Neumann, Psychologe

Nichts ist wahr ohne sein Gegenteil

Der Partner wird sich definitiv trennen, der Job geht ganz sicher verloren oder die unheilbare Krankheit lauert direkt um die Ecke: Was tun, wenn der beste Freund voll im Horoskop-Fieber steckt? Neumann rät uns, ihn nach dem Gegenteil zu fragen.

Wer durch sein Horoskop etwa glaubt, dass ihm etwas ganz Furchtbares bevorstehen würde, kann diese Gedanken mit einer Frage nach dem Gegenteil, den schönen Dingen aus den vergangenen Jahren, wieder relativieren. "So bringe ich jemanden raus aus dieser Schwierigkeit." Dadurch könne die "Balance" gewahrt werden.

"Wenn ich zu sehr in eine Richtung denke, dann ist das eine Sackgasse."
Sascha Neumann, Psychologe

Saschas eigenes Sternzeichen ist übrigens der Krebs. Er selbst lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. "Ich bin somit sehr häuslich und romantisch. Das stimmt natürlich, aber das Gegenteil ist auch wahr. Ich kann auch sehr abenteuerlustig durch die Welt ziehen."

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