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Wir Menschen haben das Bedürfnis, alles in unserem Leben zu kontrollieren. Der Psychologe Sascha Neumann erklärt, warum das ein Grundbedürfnis ist und gibt Tipps im Umgang mit Hilflosigkeit.

An der Uni versemmeln wir die Klausur, weil wir die falschen Inhalte gelernt haben. Im Job bekommt schon wieder eine Kollegin die Beförderung, die wir eigentlich wollten. Einer unserer liebsten Freunde zieht in eine andere Stadt und die ist Hunderte von Kilometern entfernt.

"Wir kriegen die Illusion der Kontrolle eigentlich gar nicht weg. Dafür sind wir als Menschen nicht gemacht."
Psychologe Sascha Neumann über die Illusion der Kontrolle

All das können Situationen sein, in denen wir uns hilflos fühlen und das Gefühl haben, keine Kontrolle über unser Leben zu haben. Sascha Neumann ist Psychologe und sagt: "Der Mensch hat einen Wunsch nach Kontrolle. Wir können es kaum aushalten, dass wir nur ein Staubkorn im Universum sind und keine Kontrolle über die Situation haben." Er nennt das die "Illusion der Kontrolle" und meint damit, dass wir selbst im Griff haben wollen, was wir überhaupt nicht beeinflussen können.

So können wir die Kontrolle loslassen

Da es uns Menschen kaum möglich sei, zu denken, wir hätten keine Kontrolle, empfiehlt Sascha Neumann in Momenten der Hilflosigkeit nicht das Loslassen. Vielmehr rät er zur sogenannten Salutogenese. "Das ist die Möglichkeit, eine nicht handhabbare Situation doch wieder handhabbar zu machen. Also die Möglichkeit zu finden, Dinge in die Kontrolle zu bringen", so der Psychologe.

Die Salutogenese würde sich nicht auf das konzentrieren, was krank ist, sondern auf das schauen, was immer noch gesund ist: "Das heißt, ich gucke auf das, was noch funktioniert", so Sascha Neumann. Praktisch könnten wir so anhand von drei Faktoren wieder Kontrolle in unser Leben bekommen.

1. Verstehbarkeit

Zunächst gehe es darum die Zusammenhänge der Situation zu verstehen. Im Falle einer unvorhersehbaren Krankheit sie das zum Beispiel: "Wie funktioniert diese Krankheit, die ich habe?", erklärt der Psychologe.

2. Handhabbarkeit


Bei der Handhabbarkeit gehe es darum, Bewältigungsmechanismen zu schaffen. "Was kann ich gegen diese Krankheit tun?", wäre eine Frage, die wir uns im Falle eine Diagnose stellen könnten, sagt Sascha Neumann.

3. Sinnhaftigkeit


"Das ist das Schwerste an solchen Sachen", so der Psychologe. Hierbei gehe es darum, ein Gefühl von Bedeutsamkeit zu schaffen und den Handlungen unabhängig vom Ausgang einen Wert zu geben.

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