In dem 3D-Rätsel-Adventure "Maquette" geht es – ganz untypisch für Games – um die Liebe. Thomas Ruscher hat die Lovestory von Michael und Kenzie durchgespielt und dabei viel Spaß beim Gehirnverknoten gehabt.

San Francisco, eine sommerlichen Nacht, ein Spaziergang durch eine Parkanlage. Das ist der Startpunkt für das Game "Maquette" – und schon da war es um unseren Games-Experten Thomas Ruscher geschehen, verrät er: "Da war ich selbst schon ein klein wenig verliebt in das Spiel. Ja, das ist kitschig, aber auch irgendwie süß. So eine richtige Feel-Good-Stimmung!"

"Was man in 'Maquette' erlebt, ist eine Liebesgeschichte bis zu ihrem traurigen Ende."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Ganz so romantisch bleibt es ehrlicherweise aber nicht. Denn eigentlich räumt eine der beiden Hauptfiguren des Spiels, in deren Haut wir gerade geschlüpft sind, gerade mit der Beziehung der beiden auf. Ob wir Michael oder Kenzie sind, wird im Spiel nie gesagt. Aber das spielt auch keine Rolle.

Die Geschichte der beiden wird in kleinen Hörspielen erzählt. Es geht los mit dem Kennenlernen der beiden in einem Café: Sie verschüttet ihren Kaffee – darüber kommen die beiden ins Gespräch, beide lieben Kunst, sie verstehen sich auf Anhieb super. Sein Skizzenbuch, in das sie einen Blick wirft und in dem sie ihm ihre Telefonnummer notiert, wird dann zur Spielwelt von "Maquette".

Maquette verbindet Liebesgeschichte und Rätselspaß

In dem Skizzenbuch hat das Paar nämlich seine gemeinsamen Ideen und Erlebnisse gezeichnet – einen Jahrmarkt, einen Strand oder das alte WG-Haus von Kenzie. Und diese Skizzen werden nun zu einer 3D-Modell-Welt, die der Spieler oder die Spielerin dann entdeckt. Daher auch der Titel des Games: "Maquette" ist nämlich Französisch und heißt so viel wie "Modell".

"Das ist alles sehr süß gemacht und eine prima Motivation, weiter zu rätseln. Und was da an Rätseln im Spiel geliefert wird, ist gerade zu Beginn etwas echt Besonderes, was ich so noch nicht gesehen habe."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Und jetzt sind wir erst im eigentlichen Spiel. Denn "Maquette" – übrigens aus dem Hause Graceful Decay und Annapurna Interactive – ist nicht nur eine Lovestory, sondern ein Logik-Rätselspiel. In der Spielwelt gibt es immer wieder Türen, die verschlossen sind, Hindernisse, die überquert werden müssen und vieles mehr, erzählt Thomas. Und um all diese Tasks zu knacken, brauchst du die Modelle.

Screenshot aus dem Spiel "Maquette"
© Annapurna Interactive / Screenshot "Maquette"
In jedem Modell versteckt sich das gleiche Modell in kleiner.

Das ist aber nicht alles: In der Spielwelt gibt es eine kleinere Version der Spielwelt und darin wiederum noch eine kleinere Version dieser Welt – wie bei Matrjoschka-Puppen, wo immer eine kleinere Version der Puppe in einer größeren steckt.

Wenn wir ein paar Rätsel geknackt haben, bekommen wir einen Story-Happen als Belohnung, meistens wichtige Erlebnisse aus Michaels und Kenzies gemeinsamen Leben. Das ist gut und logisch gemacht, findet Thomas.

"Ich dachte ja, dass ich mit Computerspielen ganz gut gelernt habe, Logik-Rätsel zu lösen, um die Ecke zu denken und so weiter. Aber in Maquette wird die Schwierigkeit richtig hart angezogen."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Die Kniffeligkeit der Rätsel hat offenbar selbst den alten Games-Hasen Thomas Ruscher an seine Grenzen gebracht. Er schwankte ständig zwischen Haare-Raufen und erlösenden Aha-Momenten, verrät er. Unterm Strich hat ihm das Spiel richtig viel Spaß gemacht.

Allerdings: Ein bisschen schade findet er, dass die Logikrätsel irgendwie nichts mit der Liebesgeschichte von Kenzie und Michael zu tun haben.

"Ich mag die Story, ich mag die Logik-Puzzle, aber wirklich zusammenhängend sind die nicht."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Wer ein Spiel spielen will, wo Story und Rätseln viel besser zusammenpassen, der soll sich mal den Klassiker "Portal" vornehmen, empfiehlt er. Trotzdem: "Maquette" ist nichts desto trotz empfehlenswert, so Thomas. Beide Games schafft man in etwa fünf Stunden, schätzt er, und beide seien eine runde und schöne Spielerfahrung.

"Portal und Maquette sind Spiele, die das Hirn so verknoten können, wie es eben nur in Videospielen geht. Und wer dazu Lust auf ein bisschen Herzschmerz hat, liegt mit Maquette genau richtig."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Im Gespräch mit Sebastian Sonntag erklärt Thomas noch genauer, wie die Rätsel in "Maquette" funktionieren, außerdem hat er Ausschnitte der Hörspiele darin mitgebracht. Auch "Portal" erklärt er im Interview noch mal im Detail. Für das ganze Gespräch klickt oben auf Play.

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