Endlich Durchblick! Auch in der vergangenen Woche gab es jede Menge wissenschaftliche Studien. Einige Beispiele: Porno-Gucker sind weniger glücklich. Baumfrösche balzen via Abflussrohr. Norweger fährt kopfüber unter einer Eisfläche. Quatsch oder Prüfungswissen? Wissenschaftsjournalist Jörg Zittlau weiß mehr.

Wer häufig Porno-Filme schaut, hat ein anderes Gehirn. Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Psychiatrischen Uniklinik der Charité ermittelten in einer Studie an erwachsenen Männern: Die Veränderung zeigt sich vor allem am sogenannten Striatum, das bei den Probanden umso kleiner ausfiel, je häufiger sie Porno-Filme konsumierten. Dieses Hirnareal spielt eine zentrale Rolle im Belohnungszentrum, es löst Glücksgefühle aus. Heißt das also, dass Porno-Gucker weniger glücklich sind?

"Es bedeutet, dass Porno-Gucker stärkere Sexualreize brauchen als andere, denn ein kleineres Striatum ist nicht mehr so sensibel. Dies konnten die Berliner Forscher auch nachweisen: Das Belohnungszentrum der Pornogucker sprang erst dann an, wenn man ihnen härtere erotische Fotos und Filme zeigte."
Jörg Zittlau, Wissenschaftsjournalist

Das Quaken der Baumfrösche

In Taiwan haben sich Baumfrösche einen raffinierten Trick einfallen lassen, um die Weibchen zu beeindrucken: Sie quaken aus dem Inneren von Beton-Abflusskanälen, um ihren Balzrufen mehr Durchschlagskraft zu geben. Dieser Megafon-Effekt ist das erste Beispiel für ein Tier, das menschengemachte Strukturen zur Verbesserung seiner akustischen Kommunikation nutzt, wie taiwanische Forscher im Fachmagazin "Journal of Zoology" berichten. Warum quaken die Frösche überhaupt? Geht es dabei wirklich nur darum, das Weibchen zu beeindrucken?

"Je lauter und ausdauernder ein Frosch quakt, umso mehr signalisiert er dem Weibchen: 'Ich hab’s drauf, bin körperlich voll auf der Höhe und daher der optimale Vater für deine Kinder.' Das Quaken richtet sich aber auch an die Rivalen."
Jörg Zittlau, Wissenschaftsjournalist

Unter dem Eis

Der 17-jährige Norweger Tord Trælnes hat sich dabei filmen lassen, wie er unter der Eisdecke eines Flusses abtaucht und dann mit dem Fahrrad kopfüber und unter Wasser auf der Eisfläche entlangfährt. (Hier könnte Ihr den Film sehen.) Er brauchte zwei Tage Training, bis sein Experiment klappte, und auch dann war es insgesamt noch eine sehr rutschige und auch nicht ungefährliche Angelegenheit. Er habe etwas machen wollen, was noch keiner vor ihm gemacht habe, sagte Tord Trælnes der Nachrichtenagentur dpa. Wie hat er das gemacht - verstößt das nicht gegen die Gesetze der Physik?

"Physik kann man überlisten. Tord und sein Kumpel sägten mit einer Motorsäge ein Loch ins Eis, und um das Rad stabil zu halten, füllten sie Luft in den Taucheranzug. Dadurch wurde der Auftrieb stabilisiert, denn so presste Tords Körper das Fahrrad von unten gegen das Eis."
Jörg Zittlau, Wissenschaftsjournalist