Die Niederländer fahren ja schon viel mit dem Fahrrad. Aber es soll noch mehr werden. Die Regierung denkt darüber nach, mit Kilometergeld für das Fahrradfahren zur Arbeit Anreize zu schaffen. 

Die niederländische Staatssekretärin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Stientje van Veldhoven hat einen ehrgeizigen Plan: Sie will, dass die Niederländer im Jahr drei Milliarden Kilometer mehr mit dem Fahrrad fahren als aktuell. Und dabei hat sie vor allem Menschen im Blick, die mit dem Auto zur Arbeit fahren. 200.000 Pendler will sie aufs Rad bringen. 

Einerseits nimmt die Politikerin dafür 26 Millionen Euro in die Hand, um neue Radwege zu bauen. Andererseits denkt sie über finanzielle Anreize nach. Pendler sollen beispielsweise mit 19 Cent pro gefahrenem Fahrradkilometer zur Arbeit gelockt werden. Profitieren sollen auch diejenigen, die sich ein neues Fahrrad dafür kaufen - die Anschaffungskosten sollen nämlich steuerlich geltend gemacht werden können.  

7500 Autofahrer sind aufs Fahrrad umgestiegen

Wie genau ermittelt werden soll, wer wie viele Kilometer fährt, ist zwar noch nicht schlussendlich klar, aber es gibt Ideen. Orientieren könne man sich beispielsweise an einem erfolgreichen Projekt namens "B-Riders". Da haben niederländische Fahrradfahrer, die vom Auto auf das Fahrrad umgestiegen sind, zu Anfang 10 Cent pro Kilometer bekommen - zu Rush-Hour-Zeiten sogar das doppelte. 

Wie weit die Radfahrer gefahren sind, wurde über eine App und GPS ermittelt. Gleichzeitig kann die App seine Nutzer motivieren - was in einer niederländischen Provinz dazu geführt hat, dass 7500 Leute nicht mehr Auto, sondern Fahrrad gefahren sind. 

Die niederländische Infrastrukturministerin ist optimistisch, dass sich viele für das Radfahren begeistern lassen. Sie selbst fährt jeden Tag 7,5 Kilometer zur Arbeit und meint, dass man so eine Strecke, selbst wenn man nicht so sportlich ist, ja mit einem E-Bike fahren könnte.

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