Vor 50 Jahren ängstigte der Zodiac-Serienmörder ganz Kalifornien - nicht nur mit seinen Taten, sondern auch mit seinen verschlüsselten Botschaften, die er an Zeitungen schickte und Anrufen bei der Polizei. Mindestens fünf Menschen starben durch seine Hand. Jetzt konnten eine seiner Nachrichten entschlüsselt werden - und die Hoffnung steigt, ihn doch noch zu identifizieren.

USA in den 60er-Jahren: Ein Serienmörder ist in der Gegend um San Francisco unterwegs und nennt sich selbst Zodiac. Mehrere seiner Opfer sind junge Liebespaare, die sich ein einsames Plätzchen gesucht hatten. Bekannt wurde er vor allem auch wegen seiner in seltsamen Zeichenfolgen verschlüsselten Botschaften. Darunter soll auch sein Name gewesen sein.

Code von Hobby-Kryptologen entschlüsselt

Bis heute ist nicht geklärt, wer es war. Jetzt aber gab es einen großen Erfolg – ermöglicht durch einen Rechtschreibfehler. Der Erfolg gelang nicht etwa der Polizei, sondern drei Hobby-Kryptologen: Ein Webdesigner aus den USA, ein australischer Mathematiker und ein belgischer Warenhaus-Manager und Programmierer haben sich eine Botschaft des Mörders vorgenommen. Das FBI hat nun bestätigt: Die drei haben den Code geknackt.

Viele Botschaften waren einfach verschlüsselt

Nicht alle Botschaften des Zodiac-Killers waren verschlüsselt, viele waren schlicht Drohungen. Der erste codierte Text war relativ einfach mit einem klassischen Code verschlüsselt: Buchstaben wurden durch Zeichen ersetzt.

In verschiedenen Sprachen gibt es bestimmte Charakteristika, im Deutschen enden Verben beispielsweise häufig mit "en", erklärt Sophia Stigler von den Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten. Generell ist E der häufigste Vokal.

Setzt man diesen dazwischen, lassen sich häufig schon Wörter erkennen. Mit diesem Verfahren konnten auch diese ersten Botschaften entschlüsselt werden.

"Die Hobby-Kryptologen haben mehrere Computerprogramme verwendet und jahrelang rumprobiert - 650.000 Varianten des Codes haben sie generiert."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Doch bei dieser Botschaft des Zodiac-Killers war es anders: Das war ein komplexer Code. Offensichtlich ließen sich die Symbole nicht einfach in den Zeilen von links nach rechts und von oben nach unten lesen, sondern sind verschoben. Die Hobby-Kryptologen haben die Reihenfolge mit einem Programm verändert - und so 650.000 Versionen erstellt.

Die haben sie durch ein Entschlüsselungsprogramm laufen lassen - und einige sinnvolle Wortfetzen erhalten, in der Variante, in der Symbole in einem bestimmten Muster diagonal gelesen wurden.

Dabei kam raus: Der Zodiac-Killer hat das Ganze wahrscheinlich aus Versehen noch schwieriger gemacht. Er hat sich womöglich in einer Zeile mit Symbolen um eine Position vertan, weshalb diese Zeile verschoben war, erklärt Sophie Stigler.

Wenig Hinweise auf Identität

Außerdem konnten sie herausfinden, dass einige der Wörter rückwärts geschrieben wurden. Trotzdem: Einen Hinweis darauf, wer der Mörder ist, gab es in der Botschaft nicht. Stattdessen gibt er viele seiner Vorstellungen preis - etwa, dass seine Opfer im Paradies für ihn arbeiten würden.

In einer weiteren Nachricht soll angeblich sein Name verschlüsselt sein. Diese Botschaft konnte aber noch nicht gelöst werden. Aber die Entschlüsselung der einen Nachricht gibt Hoffnung auf weitere Durchbrüche. Falls der Zodiac-Killer denn noch am leben ist: Heute müsste der Täter schon über 80 Jahre alt sein.