Was Böses oder auch die große Liebe – die App Randonautica findet angeblich aufregende Menschen, Dinge und Ereignisse in der Umgebung. Obwohl das Quatsch ist: Mit etwas Fantasie kann die App Spaß machen.

Eine sehr beliebte App, die mit dem Prinzip des Geocachings arbeitet, gab es schon mal: Pokémon Go. Jetzt ist wieder eine da. Die reicht zwar noch nicht an die Verbreitung von Pokémon Go heran, aber wird millionenfach heruntergeladen: Randonautica.

Auch diese App basiert darauf, vom Smartphone an einen bestimmten Ort in der Nähe gelotst zu werden. Sie soll den Userinnen und Usern ermöglichen, kleine Abenteuer in der näheren Umgebung zu erleben.

Eigentlich ziemlich trivial

Das Online-Magazin OMR meint, Randonautica sei eine Mischung aus Schnitzeljagd, Geocaching, The Matrix und Blair Witch Project. ″Das klingt ziemlich abgefahren, vielleicht sogar abgefahrener als es eigentlich ist″, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. Denn die Technik der App und der Ablauf des Spiels sind eigentlich ziemlich trivial.

Userinnen und User müssen der App Zugriff auf die Standortdaten des Smartphones geben. Dann füttern sie sie mit Infos, was sie erleben wollen: zum Beispiel eine mysteriöse Entdeckung machen, die Liebe des Lebens finden oder etwas Böses tun.

"Wenn du mir vor einem halben Jahr gesagt hättest, dass du mit dieser App-Idee zu den am meisten heruntergeladenen Apps vieler Länder aufsteigen kannst, hätte ich dich für verrückt erklärt."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Randonautica nutzt dann (vermutlich) einen Zufallsgenerator, um GPS-Koordinaten in der näheren Umgebung anzuzeigen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. Und dort sollen die Nutzerinnen und Nutzer dann eben genau das finden, was sie sich gewünscht haben: Die Liebe des Lebens, etwas Gruseliges, etwas Aufregendes, Schönes – oder Böses.

Um es vorweg zu sagen: Die App kann die Versprechen in der Regel nicht einhalten. Denn meistens findet sich an dem ausgegebenen Zielort nichts Aufregendes.

Doch wenn ihr das ganze als Spiel versteht und womöglich mit einer Ich-finde-auf-jeden-Fall-etwas-Einstellung an das ganze herangeht, dann findet ihr womöglich wirklich etwas – manchmal aus Glück, manchmal vielleicht auch, weil ihr mit offeneren Augen durch die Gegend zieht im Vergleich zu sonst, wenn Randonautica nicht im Einsatz ist und ihr euch einfach nur von A nach B bewegt.

Hype durch Tiktok und Youtube

Dass die App mit dieser simplen Idee zurzeit so beliebt ist, liegt weniger an der App selbst, sondern an Tiktok und Youtube. Denn viel gehypter als die eigentliche App sind die Videos, die über die Alltagsabenteuer mit Randonautica zu sehen sind.

Teilweise sind die gut produziert mit interessanten Sound-Effekten und Filtern und haben mehrere Millionen Views – was den Hype um Randonautica immer weiter anfacht.

Videos vom "Randonauting"

Die User berichten darin zum Beispiel von gefundenen seltsamen Notizzetteln und Müllhaufen, andere sagen, sie hätten beim "Randonauting" an ihren Koordinaten jemanden gefunden, der mitten in der Nacht allein in einem Feld herumläuft. Eine Nutzerin berichtet unter Tränen, sie habe an ihren Koordinaten das Opfer einer Gewalttat vorgefunden.

Was davon Fake oder echt ist, ist schwierig zu überprüfen. Und es verbreiten sich in der Regel ja auch die interessanten Geschichten, nicht die tausenden Spaziergänge, bei denen nichts passiert.

Geld verdienen die Randonautica-Macher vor allem über Merchandising, zum Beispiel Anstecknadeln oder T-Shirts.