Auf einem Blatt Papier zeichnen, das kennt jeder. Ralf Witthaus ist das zu klein geworden. Die Blätter hat er gegen Rasenflächen ausgetauscht und zeichnet seine Werke mit dem Rasenmäher.

Ralf hat zehn Jahre lang nichts anderes getan, als gezeichnet, bis er den öffentlichen Raum entdeckte. Seine Zeichnungen realisiert er auf Flächen ab 200 bis 300 Quadratmetern. Am liebsten arbeitet er auf Flächen ab einem Quadratkilometer oder rund um eine Stadt. 2010 hat Ralf einmal rund um Köln gemäht.

"Ich mähe den Rasen bis zur Grasnarbe, das erschreckt den ein oder anderen, die Städter, die nicht wissen, dass Rasen bedingungslos wieder nachwächst. Aber das gibt mir diesen Braun-grün-Kontrast, den ich für diese Landschaftserfahrung, die ich den Leuten geben möchte, brauche."
Ralf Witthaus, Rasenkünstler

Ralf Witthaus sucht sich in der Regel die Flächen selbst aus, auf denen er seine Werke vollbringen will. Er lässt sich aber auch einladen. Für ihn ist ausschlaggebend, ob ein interessanter Kontext an dem Ort vorhanden ist. "Es geht nicht um den Blick von oben, es geht um eine Landschaftserfahrung: Was sehen wir in der Landschaft, wie erfahren wir Landschaft, welche Identität und welche Vergangenheit hat Landschaft", erklärt der Rasenkünstler.

Orte mit sozialem Anschluss

Es geht Ralf nicht nur um die Zeichnungen, sondern vor allem auch um das, was passiert an und mit diesem Ort, weil jeder Ort seine eigene Geschichte und einen sozialen Anschluss an die Menschen hat. Mit seinen Zeichnungen verändert Ralf diese Orte und bringt damit Dinge zum Vorschein. Die Menschen reagieren auf seine Kunst mit Neugier, Irritation oder auch Ablehnung. Ralf greift mit ortsspezifischen, grafischen oder textorientierte Zeichnungen in den Raum ein. Um sich auf diese Werke einlassen zu können, müssen die Betrachter sie Schritt für Schritt ablaufen - oft Kilometer lang.

Mehr über das Werk Ralf Witthausens im Kölner Grüngürtel: