1962 hat er den Medizin-Nobelpreis erhalten. Heute sorgt der US-Forscher James Watson nur noch mit rassistischen Äußerungen für Aussehen - und hat als Konsequenz einige seiner Ehrentitel aberkannt bekommen.

An James Watson und Francis Crick kommt man im Biologieunterricht nicht vorbei, denn die beiden Wissenschaftler haben etwas entdeckt, das in jedem Lebewesen steckt. Den beiden Forschern ist es gelungen, ein Modell eines DNA-Strangs zu erstellen, auf dem unser Erbgut enthalten ist. Ihre Entdeckung: Der DNA-Strang hat die Form einer Doppelhelix. Für diese Erkenntnis wurden die Forscher 1962 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. 

"James Watson hat mehrfach behauptet, dass Schwarze genetisch bedingt weniger intelligent als Weiße seien."
Britta Wagner, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Schon 2007 provozierte der inzwischen 90-Jährige mit rassistischen Äußerungen. Daraufhin entschuldigte er sich zwar schriftlich, verlor aber trotzdem seinen Chef-Posten beim Forschungslabor "Cold Spring Harbor Laboratory". Seine Behauptung: Schwarze seien genetisch bedingt weniger intelligent als Weiße. In einer kürzlich veröffentlichten TV-Dokumentationen über den Wissenschaftler wiederholte er diese Aussagen. Das Forschungslabor entschied daraufhin, dass Watsons Entschuldigung damit ihre Gültigkeit verloren habe, und erkannte ihm die übrig gebliebenen Ehrentitel ab. Dazu veröffentlichte das Labor ein Statement.

Rassistische Aussagen zu Frauen, Schwarzen und Juden

Und er hat nicht nur Schwarze diskriminiert, sondern sich auch rassistisch über Juden und Frauen geäußert. Im Jahr 2014 soll er über Frauen sinngemäß gesagt haben, dass sie für das Labor eine ganz nette Deko seien, aber weniger effektiv als Männer arbeiten würden, sagt Britta Wagner aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion.

Trotz massiver Kritik beharrt der Forscher auf seinen Aussagen zur Intelligenz von Schwarzen. Auch aufgrund der Vielzahl diskriminierender Äußerungen von James Watson geht Nachrichtenredakteurin Britta Wagner davon aus, dass der Wissenschaftler seine Aussagen tatsächlich so meint, wie er sie äußert. 

"Bei einigen Aussagen mag das vielleicht als Witz gedacht gewesen sein. In einem Interview zum Thema Gentechnik hat er zum Beispiel mal gesagt, dass die Iren genetisch definitiv ein bisschen Verbesserung brauchen könnten - wobei er selbst einen großen Schwung irische DNA hat."
Britta Wagner, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

In den US-Medien und in der Forschungsszene wird inzwischen diskutiert, ob es nicht besser sei, die haltlosen Thesen eines alternden Wissenschaftlers zu ignorieren. Andere wiederum finden es gefährlich, diese Aussagen unkommentiert stehen zu lassen – weil es möglicherweise Leute gibt, die diese Äußerungen in ihrer eigenen rassistischen Einstellung bestärken könnte. 

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